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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzen-Porträt

Echter oder Großer Baldrian


Valeriana officinalis L. , Baldriangewächse (Valerianaceae)
Weitere Namen: Katzenkraut, Mondwurzel, Stinkwurz, Augenwurz

 

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Merkmale

Mehrjährige 0,3 bis 1,5 m hohe krautige Pflanze mit Rhizom, gefiederte Blätter an hohlem gefurchten Stängel. Die unteren Blätter sind lang gestielt, die oberen fast sitzend. Kleine hellrosa, süßlich duftende Blüten, doldenartig angeordnet.

Blütezeit: Juli bis September




Foto: Okapia/Naturbild/Ernst Schacke


Heimat

Europa sowie klimatisch gemäßigte Zonen Asiens, sonnige und halbschattige Lagen, oft auf Wiesen entlang von Gewässerläufen.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Walzenförmiges Rhizom mit büschelig angeordneten dünnen Wurzeln und Ausläufern.

Die Droge stammt aus Wildsammlungen oder Kulturen in Europa. Erntezeit ist der Herbst. Ausge­grabene Wurzeln und Rhizome werden gereinigt und mehrere Tage getrocknet. Während des Trocknungs­prozesses entwickelt sich der typische Baldrian-Geruch.

Inhaltsstoffe

0,3 bis 0,7 Prozent ätherisches Öl, Sesquiterpensäuren, Iridoide (Valepotriate ), Lignane, Kaffeesäurederivate, Alkaloide.

Anwendung

Bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlaf­störungen. Positive Bewertung seitens der Kommission E, der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phyto­therapy) sowie des Herbal Medicinal Product Committee (HMPC).

Empfohlene Dosierung

Als Tee: mehrmals täglich 2 bis 3 g getrocknete Baldrianwurzel; bei Einschlafstörungen eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Empfohlene Einzeldosis bei Fertigarzneimitteln: 450 bis 750 mg Trockenextrakt. Bei Kombinations­präparaten können auch geringere Dosierungen ausreichen.

Nebenwirkungen

Sehr selten allergische Reaktionen oder Magen- beschwerden, möglicherweise Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit, vorsichtshalber bis 2 Stunden nach Einnahme eines Medikaments mit Baldrian nicht Auto fahren.

Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 12 Jahren wird die Einnahme aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen sind nicht bekannt.




Foto: Okapia/Manfred Ruckszio


Zubereitung

1 bis 2 Teelöffel (2 bis 3 g) geschnittene Baldrianwurzeln mit circa 150 ml siedendem Wasser übergießen und bedeckt stehen lassen. Nach 10 bis 15 Minuten abseihen.

Präparatebeispiele

Monopräparate: Baldrian-ratiopharm®, Euvegal® Balance 500 mg, Luvased® mono,

Kombinationspräparate: Allunapret®, Euvegal® 320/160 mg, Kytta® Sedativum, Sandrin®, Sedacur® forte, Sedariston®, Vivinox® Night Einschlafdragees

Schon gewusst?

Baldrianduft wirkt auf Katzen beiderlei Geschlechts geradezu unwiderstehlich und anregend. Dies wird auf Actinidin, ein Monoterpen-Alkaloid im Baldrian, zurückgeführt. Etwa 30 Prozent der Hauskatzen bleiben allerdings völlig uninteressiert. Zoogeschäfte bieten mit Baldrianwurzeln gefüllte Kissen als Spiel­zeug für Katzen an.

Auch Tiger, Jaguar und Leoparden mögen Baldrian. Nur die Löwen sind mehr oder weniger unbeeindruckt von dessen eigenartiger Duftnote.



Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2017

 

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