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Mehr bakterielle Darminfekt­ionen unter Säurehemmern


Medikamente, die die Überproduktion von Magensäure hemmen, gelten als nebenwirkungsarm. Eine aktuelle Studie­ zeigt jedoch, dass die Einnahme dieser Arzneimittel das Risiko für bakterielle Darminfektionen erhöht.


Eine mögliche Erklärung liegt nahe: Magensäure ist eine natürliche Barriere für Krankheitserreger. Nimmt unter der Thera­pie das saure Milieu im Magen ab, können Mikroben in den Darm eintreten, die unter normalen Bedingungen die Magenpassage nicht überlebt hätten.




Illustration: iStockphoto


Die Forscher der Universität Dundee in Schottland verglichen Patienten, die Protonenpumpeninhibitoren oder H2-Blocker eingenommen hatten, mit Patienten ohne eine derartige Behandlung. In der mit Säurehemmern behandelten Gruppe fanden die Forscher zwei erhöhte Risiken: für Darminfektionen mit dem Bakterium Clostridium diffi­cile betrug der Faktor 1,7 und für Campylobacter-Infektionen lag er sogar bei 3,7. Bei Krankenhaus-Patienten stieg das Risiko um das 1,4- beziehungsweise 4,5-Fache. Sollten weitere Studien diese Ergebnisse als praxis­relevant bestäti­gen, wird der Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren und H2-Blockern wohl in Zukunft kritischer bewertet werden. Der Nutzen der Medikamente für Patienten mit Magengeschwüren oder Refluxkrankheit steht außer Frage, doch die Nutzen-Risiko-Bewertung könnte im Einzelfall anders ausfallen. (ais)



Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2017

 

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