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POLITIK UND BERUF

Arbeitsklima

Beliebt im Team


Von Andreas Nagel / Die Arbeit in der Apotheke macht gleich doppelt so viel Spaß, wenn man sich mit Kollegen und Chef gut versteht. Ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis wirkt sich nicht nur positiv auf das eigene Wohlbefinden, sondern auch auf die Arbeitsleistung aus.

 

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Durch einige einfache Maßnahmen und Verhaltensweisen können Sie das Verhältnis zu Chefs und Kollegen so angenehm wie möglich gestalten und als allseits geschätzte Kollegin wahrgenommen werden. Stellen Sie sich zunächst die folgenden Fragen: Wie sehe ich mich selbst? Welche­ Stärken und Schwächen habe ich – fachlich und menschlich? Wie möchte ich idealerweise von den Kollegen gesehen werden? Entscheiden Sie dann, ob es Schwachpunkte gibt, an denen Sie arbeiten wollen oder ob Sie Schwächen akzeptieren. Sie sollten aber keinesfalls versuchen, sich zu verbiegen, nur um im Team stärker akzeptiert und gemocht zu werden. Akzeptieren Sie sich so wie Sie sind – mit Ihren­ Stärken und Schwächen. Ihre Kolle­gen spüren ohnehin – wenn auch vielleicht nur unbewusst – ob Sie eine einstudierte Rolle spielen.




Foto: Shutterstock/Phoenixns


Pessimisten sind nirgendwo beliebt: Wer ständig das Haar in der Suppe sucht, Kollegen vorjammert, was er an seiner Arbeit nicht mag oder private Probleme ausbreitet, ist kein beliebter Gesprächspartner. Zeigen Sie daher stets eine optimistische Grundhaltung. Präsentieren Sie sich als positiv und konstruktiv denkende Kollegin, die durch ihr Verhalten nicht nur für gute Arbeitsergebnisse, sondern auch für ein gutes Betriebsklima sorgt. Die Lieblingsfrage des Optimisten lautet immer: »Wie mache ich das Beste aus dem heutigen Tag?«. Und wenn Sie ausnahmsweise wirklich einmal einen schlechten Tag haben, lassen Sie die schlechte Laune keinesfalls an Kollegen aus.

Fachkompetenz ist für jede PTA wichtig, um von Chefs und Kollegen akze­ptiert zu werden. Wenn Ihnen häufig­ fachliche Fehler unterlaufen, die anschließend von den Kollegen beseitigt werden müssen, trägt dies sicherlich nicht zu Ihrer Beliebtheit bei. Falls Sie dagegen über spezielles Fachwissen verfügen, so sind Sie vermutlich häufig Ansprechpartner für Ihre Kollegen. Achten Sie darauf, dass Sie in diesem Fall nicht (unbewusst) zum belehrenden Besserwisser werden – auch wenn Sie zu Recht stolz auf Ihre Fachkenntnisse und Fähigkeiten sind. Wer Fragen der Kollegen von oben herab beantwortet, wird nur ungern gefragt. Vermeiden Sie es auch, als Besserwisser ungefragt in Tätigkeiten von Kollegen einzugreifen. Vor allem durch kluge Ratschläge in Gegenwart von Kunden stellen Sie die Kompetenz der beratenden Kollegin deutlich infrage.

Zuverlässig und hilfsbereit

Seien Sie stets pünktlich und zuverlässig und halten Sie Absprachen mit Kollegen gewissenhaft ein. Unterstützen Sie Kollegen im Rahmen Ihrer Möglichkeiten – auch ohne dass man Sie ausdrücklich darum bitten muss, zum Beispiel, indem Sie einer erkennbar überlasteten Kollegin eine Aufgabe abnehmen oder indem Sie einen Kunden übernehmen, zu dem die Kollegin keinen guten Draht hat. Wer stets versucht, sich vor zusätzlichen Aufgaben zu drücken, wer Pausenzeiten überzieht, bei voller Apotheke unter einem Vorwand aus dem HV verschwindet oder immer bemüht ist, sich frühzeitig die besten Urlaubs- und Arbeitszeiten zu sichern, zieht schnell den Unmut der Kollegen auf sich.

Akzeptieren Sie auch unterschied­liche Denk- und Verhaltensweisen von Kollegen – sofern dies keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsqualität oder die interne Zusammenarbeit hat. Reden Sie niemals schlecht oder abfällig­ über abwesende Kollegen und plaudern Sie niemals Dinge aus, die man Ihnen im Vertrauen erzählt hat. Ihr Gesprächspartner wird sonst unweigerlich davon ausgehen, dass Sie in seiner Abwesenheit genauso über ihn herziehen. Auch Scherze oder Witze auf Kosten von Kollegen kommen bei dem Betreffenden meist nicht gut an.

Selbstbewusstes Auftreten

Vertreten Sie Ihre Interessen und Ihre Meinung sachlich und selbstbewusst. Eine eigene, klare Meinung verschafft Ihnen Respekt und Sympathie, wenn sie Ihre Auffassung nicht belehrend oder überheblich vortragen. Wer seine Meinung in angemessener Weise vertritt, wird eher respektiert als jemand, der entweder überhaupt keine eigene Meinung hat, seine Meinung aus Angst vor Widerspruch zurückhält, sich alles gefallen lässt oder anderen nach dem Mund redet. Drängen Sie sich und Ihre Ansichten aber auch nicht zu dominant in den Mittelpunkt. Selbstdarsteller sind den meisten Kollegen eher unsympathisch. Nehmen Sie sich bewusst zurück und lassen Sie alle gleichermaßen zu Wort kommen.

Berechtigte Kritik von Kollegen sollten Sie sachlich und konstruktiv annehmen. Werten Sie dies nicht als Angriff auf die eigene Person, sondern als gut gemeinten Verbesserungsvorschlag. Wer behauptet, nie Fehler zu machen oder wer den Anschein erwecken möchte, in jeder Beziehung perfekt zu sein, wirkt auf Kollegen oft unnahbar. Gestehen Sie ein, wenn Sie sich geirrt haben. Die Aussage »Sie haben Recht, da habe ich mich wirklich geirrt«, erzeugt eher Sympathie als der Versuch, Fehler und Schwächen abzustreiten oder zu kaschieren. Bringen Sie eigene Kritik an Kollegen ebenfalls stets sachlich an und greifen Sie die betreffende Kollegin niemals persönlich an.

Wenn es Kollegen gibt, die Sie für ihr Fachwissen, ihre Arbeitsweise oder aus anderen Gründen ehrlich bewundern, so können Sie diese Bewunderung auch einmal gezielt ausdrücken. (»Ich finde es toll, wie Sie …« oder »Wie schaffen Sie es nur immer …?«). Der Wunsch nach Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis – darüber freut sich jede Kollegin. Und ein ehrliches Kompliment bleibt oft noch lange Zeit in angenehmer Erinnerung.

Die einfachste Art, im Gespräch mit Kollegen Sympathie zu erzeugen, ist es, aufrichtiges Interesse für den anderen zu zeigen. Haben Sie ein offenes Ohr für berufliche oder private Probleme. Schenken Sie Ihrem Gesprächspartner dabei die volle Aufmerksamkeit. Signali­sieren Sie Ihr Interesse, indem Sie Fragen stellen, die das Gesprächsthema vertiefen. So bleiben Sie Ihrem Gesprächspartner mit Sicherheit in guter­ Erinnerung.

Interesse zeigen

Sprechen Sie vorzugsweise über Gemein­samkeiten, egal ob Freizeit­aktivitäten, Urlaubs- und Reiseziele, Kino, Theater, TV-Serien, Mode, Kos­metik und Wellness und so weiter. Menschen, mit denen wir Gemeinsamkeiten haben, schenken wir sofort einen­ Sympathiebonus. Streitbefangene Themen wie Religion und Politik sollte man zumindest am Anfang meiden, da hier schnell kontroverse und emotionale Diskussionen entstehen können. Wenn Sie private Dinge preisgeben möchten, eignen sich Hobbys, Kinder oder private Vorhaben als Gesprächs­themen. Wer sich so mensch­lich besser kennenlernt, arbeitet meist auch besser zusammen.

Es ist immer eine gute Idee, durch Kleinigkeiten etwas für die Kollegen und für ein gutes Betriebsklima zu tun, beispielsweise einen selbst gebackenen Kuchen oder eine hausgemachte Marme­lade für die Frühstücks- oder Mittagspause mitzubringen. Fragen Sie sich zum Wochenanfang: »Was kann ich in dieser Woche für die Kollegen und für ein gutes Betriebsklima tun?« In vielen Apotheken gibt es meist eine gute Fee: eine Kollegin, die bei allen »einen Stein im Brett« hat, weil jeder ihr Bemühen um ein gutes Miteinander zu schätzen weiß. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 04/2017

 

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