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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzen-Porträt

Augentrost


Euphrasia officinalis (Sammelbegriff für mehrere nahe verwandte Arten)
Rachenblütler (Scrophulariaceae)
Weitere Namen: Augendank, Wegleuchte

 

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Merkmale

Einjährige Pflanze, Wuchshöhe 30 cm leicht verzweigte runde Stängel, drüsig behaart kleine ungestielte Blätter, scharf gesägte bis gekerbte Blattränder Weiße oder blassviolette Blüten, zweilippige Blütenkrone mit größerer Unterlippe, Blütezeit Juli-September Die hübschen Blüten erinnern an kleine Pupillen und Augenwimpern.




Foto: Shutterstock/zprecech


Heimat

Europa, nördliches und mittleres Eurasien, Australien, Neuseeland und südliche Teile Südamerikas.

frische, ungedüngte Magerwiesen und trockene Weiden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

getrocknetes blühendes Kraut

Die Droge stammt überwiegend aus Wildsammlungen in Südosteuropa und Deutschland.

Inhaltsstoffe

Iridoidglykoside, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Lignane, Gerb- und Bitterstoffe sowie Spuren ätherisches Öl.

Der DAC fordert keinen bestimmten Gehalt, sondern lässt nur die Identität der Droge prüfen.

Anwendung

Die Wirkung von Augentrost ist wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt keine Positiv-Monographie der Kommission E oder des europäischen Herbal Medicinal Product Committee (HMPC).

In der Homöopathie und Anthroposophie wird Euphrasia officinalis äußerlich zur Linderung von Augenbeschwerden angewendet.

In der Volksmedizin wurden Zubereitungen aus Augentrost äußerlich für Waschungen, Umschläge und Augenbäder bei Augenkrankheiten und -ermüdungs­erscheinungen eingesetzt.

Vorsicht: Wegen der Gefahr einer Keimverschleppung Anwendung von Augentrostkraut nur in Form von Fertigarzneimitteln! Keine selbst hergestellten Zubereitungen!




Foto: Shutterstock/HHelene


Neben- und Wechselwirkungen

Nicht bekannt

Abgabehinweis

Beschwerden am Auge sollte zunächst durch einen Augenarzt diagnostiziert werden, bevor PTA oder Apotheker dem Patienten zur homöopathischen Therapie raten

Bei Milchbauern ungeliebt

Augentrost ist ein Halbschmarotzer. Mit seinen Saugwurzeln zieht die Pflanze Mineral- und Nähr- stoffe direkt aus den Wurzeln benachbarter Gräser und hemmt so deren Wachstum. Wächst er auf Weidewiesen, ist das Gras weniger nahrhaft, sodass Augentrost den Milchertrag der Kühe verringert. Das brachte ihm die volkstümlichen Namen »Wiesenwolf« und »Milchdieb« ein.

Präparatebeispiele

Euphrasia Augentropfen Wala

Euphrasia D3 Augentropfen Weleda

Vidisan® Augentopfen

Herba-Vision® Augentrost Augentropfen

Enthalten auch in Pflegeprodukten, zum Beispiel

Augenfrische Dr. Hauschka

Wildrose glättende Augenpflege Weleda

Augencreme Augentrost Alverde



Beitrag erschienen in Ausgabe 04/2017

 

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