Ein Magazin der

www.pta-forum.de

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

www.pta-forum.de
Ein Magazin der 
 

POLITIK UND BERUF

Gestik und Mimik

Im Vorstellungsgespräch punkten


Von Britta Odenthal / Der erste Kontakt mit dem potenziellen neuen Chef ist für viele Menschen eine große Herausforderung. Unsicherheit und Aufregung gehören zu einem Vorstellungsgespräch dazu, denn beim Kennenlernen möchte jeder einen vorteilhaften Eindruck hinterlassen. Die nonverbale Kommunikation ist dabei das A und O.

 

Anzeige

 

Die ersten sieben Sekunden bei jeder ersten Begegnung zwischen Menschen sind imagebildend. Anhand von Stimme, Gestik, Mimik und Körperhaltung werden in dieser kurzen Zeit Urteile und Einschätzungen gebildet, die erst einmal feststehen und nur schwer wieder aufgehoben werden können.




Foto: iStock/sturti


Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Vorstellungsgespräch um 15 Uhr und treffen pünktlich – das bedeutet fünf bis zehn Minuten früher – in der Apotheke ein. Ab der Sekunde, in der Sie die Apotheke betreten, beginnt Ihre imagebildende Maßnahme. Es herrscht Hochbetrieb mit langen Warteschlangen. Sie entdecken eine Mitarbeiterin, die im Freiwahlbereich Artikel einräumt.

Sie gehen auf die Mitarbeiterin zu und bleiben ungefähr einen Meter vor ihr stehen (um die persönliche Distanzzone zu wahren) und grüßen mit einem »Guten Tag«. Wenn sich die Mitarbeiterin in der Hocke befindet, um etwas einzuräumen, ist es höflich zu warten, bis sie aus dieser Position aufge­standen ist, sodass sie mit Ihnen auf Augenhöhe ist. Sie wird zurückgrüßen und Sie anschauen oder fragen, wie sie weiterhelfen kann.

Nach den Knigge-Regeln sollten Sie als Gast korrekterweise abwarten, ob beziehungsweise bis Sie die Hand gereicht bekommen. Sie können die Hand aber auch selbst zum Gruß anbieten, wenn Sie sich vorstellen. Machen Sie es daran fest, wie die Atmosphäre ist und wie Sie es selbst als passend empfinden. Halten Sie Blickkontakt, wenn Sie der Mitarbeiterin die Hand reichen. »Guten Tag, mein Name ist Maria Müller«,­ dabei freundlich (und authentisch) lächeln und nach drei bis fünf Sekun­den wieder loslassen. Halten Sie weiter Blickkontakt und sagen: »Ich habe um 15 Uhr einen Termin mit Herrn Weber.« Es ist empfehlenswert, nicht zu erwähnen, dass Sie ein Vorstellungsgespräch haben. Vielleicht hat der Chef nicht alle Mitarbeiter darüber informiert oder will es bewusst erst einmal für sich behalten.

Vorteil Vorbereitung

Ein Tipp: Üben Sie dieses wichtige Vorstellungs-Ritual mit Freunden oder in der Familie, bis Sie sich sicher fühlen und den Handschlag mit Vorstellung jederzeit ausführen können. Wenn Sie dies aus dem Effeff beherrschen, gibt es Ihnen Sicherheit und Souveränität in den ersten Sekunden, die für einen positiven und sympathischen Eindruck ausschlaggebend sein können.

Beim Handschlag wird in der Regel die rechte Hand gereicht. Die Ursache dafür ist vermutlich, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind. Ursprünglich sollte damit signalisiert werden, dass sich in dieser Hand keine Waffe befindet. Das Schütteln der Hand sollte prüfen, ob sich auch wirklich keine Waffe im Ärmel befindet, die durch Schütteln herausbefördert werden könnte.

Wenn Ihr Chef sich beim Handschlag mit Namen vorstellt und Ihre Hand weiter in seiner behält, blicken Sie ihm weiter in die Augen und sagen Sie Ihren Tagesgruß sowie Ihren Vor- und Nachnamen und lassen Sie die Hand erst danach wieder los. Es ist möglich, dass Ihr Chef dabei ein- bis zweimal Ihre Hand schüttelt. Achten Sie darauf, dass Sie dies mit einmaligem Handschütteln und Ihrer namentlichen Vorstellung mit Tagesgruß beantworten und dabei die Hand nicht weiter schütteln.

Einfluss von Gesten

Die Gestik besteht vor allem aus der Bewegung der Arme, Hände und des Kopfes. Sie hat großen Einfluss darauf, ob Sie kompetent, glaubhaft und sympathisch wirken. Aber auch die Stellung der Beine und Füße unterstreicht das Gesagte. Sind diese im Einklang mit dem gesprochenen Wort, so wirken Ihre Worte und auch Ihre Person authentisch.


Zehn Knigge-Regeln für den perfekten Handschlag

  • Sollten Sie sitzen, dann stehen Sie dafür auf.
  • Die Hände sollten trocken sein.
  • Im Business obliegt es dem Ranghöheren, ob er Ihnen die Hand reicht.
  • Der Gastgeber reicht seinen Gästen die Hand, dem Ranghöchsten zuerst.
  • Der Schwung für den Handschlag kommt aus dem Ellbogen, nicht aus der Schulter.
  • Blickkontakt halten, nicht auf die Hände schauen!
  • Stellen Sie sich dabei mit Namen vor.
  • Profis wiederholen den Namen ihres Gegenübers mit einem Gruß
  • Der Handschlag dauert nicht länger als vier Sekunden
  • Drücken Sie nicht zu kräftig und nicht zu schlaff


Gesten, mit denen Sie punkten können:­ Setzen Sie sich so hin, dass Ihr Gegenüber am besten beide Hände sehen kann, zumindest aber eine. Das schafft Vertrauen. Sie sollten bequem und nicht verkrampft sitzen können. Ihre Bewegungen sollten eher rund als spitz oder abgehackt sein, Ihre Hand­innenflächen sollten immer wieder zu sehen sein. Dies vermittelt den Eindruck, dass Sie ein offener Mensch sind und nichts zu verbergen haben. Ein gängiges Bild ist die Bewegung der Hände, von Ihrer Körpermitte aus, als würden Sie von dort aus in ange­messenem Tempo Semmeln an Umsteh­ende verteilen: rund, nicht fahrig, konzentriert­ und immer wieder zur Mitte zurückführend. Wird die Semmel übergeben, zeigt die Handfläche nach oben.

Im Gespräch können Sie den Kopf zwischen­durch immer wieder leicht zur Seite neigen oder ihre Sitzposition ein klein wenig eindrehen, statt ihrem Gesprächspartner frontal gegenüber zu sitzen. Das wirkt freundlicher und einladen­der. Machen Sie eine wichtige Aussage, die glaubhaft wirken soll, sollte der Kopf gerade sein. Dieses Wissens bedienen sich etwa Sprecher der »Tages­schau«: Ihr Kopf ist immer gerade. Moderatoren hingegen, die ihren Gesprächspartnern etwas entlocken wollen, halten den Kopf – besonders, wenn sie andere zum Sprechen auf­fordern – leicht schräg. Zum Teil begleitet diese Haltung noch eine Geste mit nach oben geöffneter Handfläche.

Offene Mimik

Als Mimik werden die Bewegungen der Gesichtsoberfläche bezeichnet. Mund und Augen beziehungsweise Augenbrauen sind die beweglichsten Teile des Gesichts. Aber auch, wenn jemand vor Anspannung die Zähne zusammenbeißt und die Kiefermuskeln anspannt, ist dies von außen sichtbar. Ein un­echtes Lächeln ist daran erkennbar, dass nur die Mundwinkel zu einem Lächeln­ verzogen werden, während der Augenringmuskel unbewegt bleibt. Zusammengezogene Augenbrauen wirken­ skeptisch. Eine einzelne hochgezogene Braue wirkt überrascht oder bewertend. Ein offener entspannter Blick mit einem gelegentlichen Lächeln, an dem die Augen beteiligt sind, wird Ihnen die meisten Pluspunkte einbringen.

Das sind eine Menge Tipps, die es zu beachten gilt. Trainieren Sie diese daher­ möglichst in Ihrem Alltag, sodass es bis zum Vorstellungsgespräch in Fleisch und Blut übergegangen ist und Sie natürlich wirken. /


Gesten können folgenden Eindruck erwecken:

  • mit den Händen ein Spitzdach in Richtung des Gesprächspartners bilden = Unsicherheit, Ablehnung
  • Arme verschränkt = Anspannung, Abschottung
  • übereinander gelegte Beine, der obere Fuß wippt = Nervosität, Ungeduld
  • Zehen zeigen stark nach innen = Unsicherheit, Verschlossenheit, Abschottung Besser ist es, die Füße parallel nebeneinander mit ein bis zwei Fuß breit Platz aufzustellen, auch im Sitzen.
  • zu ausladende Gesten = überzogen
  • Gesten mit verdeckter oder geschlossener Handinnenfläche = Sie haben etwas zu verbergen.



Beitrag erschienen in Ausgabe 04/2017

 

Das könnte Sie auch interessieren

 


© 2017 Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH

Seiten-ID: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=10107