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Glosse

Frühlingserwachen


Von Annette van Gessel / Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen. Herrlich! Hoffentlich verabschiedet sich der Winter jetzt endgültig. Kälte, Nässe, glatte Straßen, griesgrämige Gesichter hinter hochgeklappten Kragen, fast jeder ist erkältet, verteilt hustend und niesend seine Viren. Es reicht. Winter go home!

 

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Seit ein paar Tagen melden sich bereits die ersten Frühlingsboten: Buntspecht, Rotkehlchen und Grünfinken besuchen als Wintergäste zwar immer noch regelmäßig unsere Futterstellen, aber die kleinen Blaumeisen fliegen schon wieder ihr Nisthäuschen an der hinteren Hauswand an. Das ist ein gutes Zeichen. Auch die Wolkenform hat sich verändert: Der Himmel reißt auf, und ab und zu sind statt einheitlichem Grau einzelne Wolkenformationen sichtbar – wunderbare Kunstwerke der Natur. Mit etwas Fantasie ähneln die Wolken bisweilen Gesichtern von sagenhaften Märchengestalten.




Foto: Dorothee Mahnkopf


Auch der Garten verändert sich allmählich. Die ersten Pflanzen stecken ihre Köpfchen aus der Erde. Und die Amselmännchen haben heute begonnen, ihr Revier abzusingen. Fantastisch. Die Vögel wissen, dass der Frühling naht, die Natur erwacht langsam aus ihrem Winterschlaf. Was ich von mir aller­dings nicht behaupten kann.

Das Vogelzwitschern am Morgen hat zwar meine Stimmung gehoben, doch mein Kreislauf bleibt im Keller. Das Messgerät liefert den Beweis: 112 zu 64. Allen Frühlingsgefühlen zum Trotz ist die Wintermüdigkeit noch nicht von mir gewichen. Was habe ich nicht schon alles versucht: Morgens zehn Kniebeugen, fünf Minuten Seilspringen, Vitamin D. Hat alles nichts gebracht. Mein Kreislauf kommt nicht richtig in Schwung, stattdessen bekome ich Schweißausbrüche und bin schlaffer als zuvor. Meine Freundin hatte noch den guten Tipp, den Tag einfach mal mit einem Glas Sekt zu beginnen. Tolle Idee. Vor allem, wenn aus einem Gläschen zwei werden.

So geht es gleich viel beschwingter ans Werk. Der Efeu muss dringend zurückgeschnitten werden. Sonst bekommen die ganzen schönen Frühlings­blumen ja gar kein Licht. Also Gummistiefel an, Gartenschere geschnappt und voller Euphorie raus in den Garten.

Auch meinen Nachbarn haben die frühlingshaften Temperaturen nach draußen gelockt. Stolz präsentiert er sein neues Werkzeug, um der Hecke zu Leibe zu rücken. Ehe ich noch meinen ersten Schnitt mit der Schere ausführen kann, metzelt er nebenan schon alles nieder. Gegen den knatternden Sound seiner Kettensäge hat das lieb­liche Vogelgezwitscher natürlich keine Chance. Und auch die anregende Wirkung des Sekts scheint nachzulassen. Schon verspüre ich nur noch einen Wunsch: mich nochmal ein Stündchen hinzulegen. Sollen doch ruhig alle schon mal in den Frühling starten. Ich bin dabei. Ab morgen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2017

 

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