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BERATUNGSPRAXIS

Basen-Supplement

Untersuchungen zeigen Effekte


Von Brigitte M. Gensthaler, München / Eine Ernährung mit reichlich Fleisch, Fisch und Brot, aber wenig Obst und Gemüse kann laut Theorie den Säure-Basen-Haushalt des Körpers und die physiologischen Regulationssysteme stören. Eine Basenzufuhr wiederum soll das Puffersystem stärken – und kann auch das Abnehmen unterstützen.

 

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»Die westliche Kost führt zu einer latenten Übersäuerung des Körpers und damit steigt das Risiko für Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes und Schmerzen«, sagte Professor Dr. Jürgen Vormann bei einer Pressekonferenz von der Firma Protina in München. Der Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung in Ismaning sieht hier »ein echtes gesundheitliches Problem«.




Foto: iStock/phototake


Neben der Ernährung spielen auch Erkrankungen und das Alter eine Rolle. Denn bei abnehmender Nierenleistung sinke die Säureausscheidung, informierte Vormann. Im Alter komme es daher häufig zu einer latenten Übersäuerung.

Basenbetont essen

Eine ausreichende Basenzufuhr entfalte protektive Effekte in vielen Geweben, erklärte der Ernährungswissenschaftler. Um die Säure-Belastung durch die Nahrung zu bewerten, könne man Lebensmittel nach den PRAL-­Werten einordnen. Das Kürzel steht für »potential renal acid load«, die potenzielle Säurebelastung der Niere.

Als säurebildend gelten protein­reiche Lebensmittel wie Wurst, Käse, Fisch und Milchprodukte, aber auch Getreide, Brot und Nudeln. Dagegen haben Obst, Gemüse und Salat einen negativen PRAL-Wert, sind also basisch. Zucker, Fette, Öle und Alkohol sind nach heutigem Kenntnisstand neutral.

Wie eine Basen-Supplementierung den lokalen und systemischen Säure-Basen-Haushalt bei gesunden Pro­banden beeinflusst, zeigte Dr. Tanja Werner, Leiterin Medizin und Wissenschaft bei Protina, anhand einer Studie der Charité Berlin, die allerdings noch nicht veröffentlicht wurde. 40 ältere gesunde Probanden erhielten vier Wochen lang entweder ein Placebo oder ein Basen­präparat. Zu Beginn der Studie­ und nach vier Wochen wurden verschiedene Parameter im Blut und im Muskel gemessen; hierzu mussten sich die Patienten einer Mikrodialyse am Oberschenkel unterziehen.

»Der pH-Wert im Blut ist und bleibt konstant. Die Bicarbonat-Konzen­tration lag jedoch in der Supplement-Gruppe nach vier Wochen signifikant höher«, berichtete die Ernährungswissenschaftlerin. Zudem seien die Insulin- und Glucosewerte nach einer Testmahlzeit initial geringer angestiegen. Im Muskel-Dialysat fanden die Autoren Anzeichen dafür, dass »Glucose besser in den Muskel eingeschleust und für die Energiegewinnung genutzt wird«, erklärte Werner. »Dies sind erste Hinweise auf günstige Effekte von Basen bei Menschen mit Diabetes oder Prädiabetes. Eine basisch geprägte Ernährung ist hier positiv.«

Laufen und fasten

Lauftraining und Intervallfasten sind günstig für Fitness und Figur. Wie eine zusätzliche Basenzufuhr den positiven Effekt unterstützen kann, zeigte Dr. Kuno Hottenrott, Professor für Trainings­wissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg, in einer Studie mit 84 leicht übergewichtigen, gesunden Probanden.

»Die Laufleistung verbesserte sich nach drei Monaten bei allen, am meisten jedoch bei denen, die fasteten und das Basenpräparat einnahmen«, berichtete der Sportwissenschaftler. Die 68 Teilnehmer, die die Studie abgeschlossen hatten, nahmen ab. Zusätzliches tageweises Fasten erhöhte diesen Effekt. Am meisten Gewicht, Körper- und Bauchfett verloren die Probanden, die zusätzlich das Basenpräparat schluckten. Dies galt unabhängig davon, ob sie gefastet hatten oder nicht. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2017

 

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