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Stille Sucht der Frauen


Frauen und Mädchen machen ein Drittel der Suchtmittelkonsumenten weltweit aus. Der internationale Suchtkontrollrat (INCB) mit Sitz in Wien hat daher nun Regierungen weltweit aufgerufen, sich stärker um die zunehmende Drogen­abhängigkeit von Frauen zu kümmern. Unter den Sucht-Patienten, die eine Behandlung bekommen, seien nur ein Fünftel Frauen.

 

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Aus Sicht der Experten sind es soziale, kulturelle oder auch persön­liche Barrieren, die Frauen den Zugang zu Behandlungen bei Drogen­missbrauch erschweren.




Foto: iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz


Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), erklärte dazu: »Weibliche Sucht wird schneller tabuisiert, häufiger stigmatisiert und findet meist im Verborgenen statt.« Zudem würden Frauen therapeutische Angebote weniger wahrnehmen als Männer. »Dies ist nicht nur für die Frauen problematisch, auch die Auswirkungen­ auf die Familien, insbesondere die Kinder sind immens.« Mortler­ sprach von einer »stillen Sucht der Frauen«.

Ein Problem sei, dass Frauen häufiger als Männern Suchtstoffe und Beruhigungsmittel verschrieben würden, so der Suchtkontrollrat. Deutschland etwa hätte dem Rat berichtet, dass bei Frauen »tödliche Überdosen durch verschriebene Substanzen häufiger vorkommen«. Zudem­ verzeichneten Länder wie Großbritannien oder Nordirland bei Frauen einen größeren Anstieg von Überdosen als bei Männern – und zwar bei allen Suchtstoffen. (PZ / dpa)



Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2017

 

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