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BERATUNGSPRAXIS

OTC-Beratungscheck

Paracetamol


Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige Medikamente. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. In dieser Ausgabe ist Paracetamol an der Reihe.

 

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Arzneistoffgruppe

Analgetika, Antipyretika

Präparate/Applikationsformen

Benuron®, Generika

In Kombinationspräparaten: zum Beispiel Buscopan® plus, Doregrippin®, GeloProsed®, Grippostad® C, Thomapyrin®, Vivimed® und viele mehr.

Als Tabletten, Zäpfchen, Saft, Granulat

Indikation

Symptomatische Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen; Fieber

Dosierung/Anwendung

Allgemein: 10 bis 15 mg/kg Körper­gewicht als Einzeldosis, bis maximal 60mg/kg Körpergewicht als Tages- Gesamtdosis,

Dosierungsintervall > 6 Stunden,

Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssig­keit einnehmen, Einnahme nach den Mahlzeiten kann den Wirkeintritt verzögern; Arzt aufsuchen: bei hohem Fieber, Anzeichen einer Sekundärinfektion oder wenn Beschwerden länger als drei Tage anhalten.




Foto: iStock/dima_sidelnikov


Kontraindikationen/Warnhinweise

Unter anderem Vorsicht bei: Leber­insuffizienz, Alkoholmissbrauch, schwerer Niereninsuffizienz -> verlängertes Dosisintervall, verminderte Dosis; Überdosis ab circa 6 g beziehungsweise 140 mg/kg Körper­gewicht Einzeldosis führt zum Absterben von Leberzellen, Leberinsuffizienz, metabolischer Azidose und Enzephalopathie, Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Blässe, Unterleibs­schmerzen bis hin zu Koma und Tod.

Risiko vor allem bei älteren Menschen, kleinen Kindern, bei Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch und bei gleichzeitiger Einnahme von Enzyminduktoren.

Nebenwirkungen

allgemein sehr gut verträglich; selten: Anstieg der Lebertransaminasen

Wechselwirkungen

Probenecid hemmt die Bindung von Paracetamol an Glucuronsäure, reduziert Paracetamol-Clearance

Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme mit Enzyminduktoren und potenziell hepatotoxischen Substanzen

Zidovudin: erhöhtes Risiko einer Neutropenie;

Mittel, die zu einer verlangsamten Magenentleerung führen: Aufnahme und Wirkeintritt von Paracetamol verzögert;

Mittel, die die Magenentleerung beschleunigen (z.B. Metoclopramid): beschleunigte Aufnahme und Wirkung von Paracetamol;

Colestyramin: verringerte Aufnahme von Paracetamol

Schwangerschaft/Stillzeit

Paracetamol gehört in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Analgetika der Wahl, sollte aber, wie andere Schmerzmittel auch, nicht unkritisch, wochenlang oder in hoher Dosis eingenommen werden. Paracetamol ist neben Ibuprofen auch Analgetikum der Wahl in der Stillzeit.

Aktuell steht die Anwendung in der Schwangerschaft verstärkt im Fokus: Studien legen unter anderem einen Zusammen­hang zwischen Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft und ADHS, Autismus und einem erhöhten Asthma-Risiko beim Kind nahe. Dies gilt bislang aber nicht als eindeutig belegt.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Voll­ständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de



Beitrag erschienen in Ausgabe 07/2017

 

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