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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzen-Porträt

Ginkgobaum


Ginkgo biloba L.
Ginkgogewächse (Ginkgoaceae)
Weitere Namen: Elefantenohrbaum, Fächerblattbaum, Tempelbaum

 

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Merkmale

30 bis 40 m hoher zweihäusiger Baum – mit männlichen und weiblichen Zapfen auf verschiedenen Bäumen.

Gelbe, buschige männliche Blütenstände, unauffällige weibliche Blüten.




Foto: Shutterstock/blew_s


Aprikosen-ähnliche Samen mit fleischiger Außenschicht, die schnell fault und ranzig riecht.

Dreieckige Blätter mit fächerförmiger Nervatur ohne Mittelrippe und Queradern, an der Vorderkante gewellt bis eingebuchtet oder tief eingeschnitten.

Heimat

Ostasien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Getrocknete Blätter

In festen und flüssigen Arzneiformen wird ein spezieller Ginkgo-Trockenextrakt mit einem Droge-Extrakt-Verhältnis von 35-67:1 (Auszugsmittel: Aceton 60 %) verarbeitet.

Teezubereitungen nicht empfehlenswert, da Wirkstoff­gehalt unzureichend beziehungsweise unkontrollierte Mengen schädlicher Ginkgolsäuren und Ginkgotoxine.

Inhaltsstoffe

Flavonoide, Diterpenlactone (Ginkgolide), Bilobalid, Ginkgolsäuren und Ginkgotoxine

Anwendung des standardisierten Extrakts

  • altersassoziierte hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen,
  • leichtes demenzielles Syndrom,
  • Schwindel,
  • Tinnitus*,
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (Claudicatio intermittens)*.

Empfohlene Dosierung

Tagesdosis: 120 bis 240 mg Trockenextrakt, verteilt auf zwei bis drei Einzelgaben

Nebenwirkungen

Sehr selten leichte Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen

Abgabehinweise

Ginkgo-haltige Präparate sicherheitshalber vor Operationen absetzen, da Ginkgoextrakt die Blutgerinnung hemmt.

Verstärkte Gerinnungshemmung bei Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulantien möglich – vor Einnahme Rücksprache mit dem Arzt, ebenso bei Patienten mit erhöhter Blutungsneigung.




Foto: Fotolia/Sandy Schulze


Der Grufti unter den Bäumen

Möglicherweise haben schon die Dinosaurier von den Blättern des Ginkgo-Baumes gefressen. Die ältesten Versteinerungen von Ginkgoblättern entstanden vor 270 Millionen Jahren, 60 Millionen Jahre vor den Dinosauriern.

In Europa starb der Ginkgo in der Eiszeit aus. Überlebt hat er in Ostasien, von wo er wieder zurückkam: 1730 wurde der erste Baum in einem botanischen Garten in den Niederlanden gepflanzt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts breitete er sich über ganz Europa aus und wurde wieder heimisch.

Beispiele für Monopräparate

Craton®

Gingium®

Ginkgo-Maren®

Ginkopur®

Kaveri®

Rökan®

Tebonin®

*Das BfArM wies im Dezember 2016 darauf hin, dass bei den Indikationen Tinnitus und periphere arterielle Verschlusskrankheit das vorhandene wissenschaftliche Erkenntnismaterial keinen ausreichenden Wirksamkeitsbeleg erbringen konnte.



Beitrag erschienen in Ausgabe 07/2017

 

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