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Mit Kälte gegen Haarausfall


Tragen Frauen mit Brustkrebs eine halbe Stunde vor Beginn der Chemotherapie und noch 120 Minuten danach per Computer gesteuerte Kühlkappen, lässt sich der durch Zytostatika bedingte Haarausfall laut der in JAMA veröffentlichten SCALP-Studie (Scalp Cooling Alo­pecia Prevention) bremsen. Beim sogenannten Scalp cooling wird die Kopfhaut auf 15 Grad Celsius abgekühlt. Dadurch verengen sich die Blutgefäße der Kopfhaut, und eine geringere Zytostatikummenge gelangt an die Haarfollikel.

 

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Die SCALP-Studie ist die erste randomi­sierte klinische Studie­ zu dieser speziellen Methode. Der Brustkrebs der beteiligten Patientinnen war im Frühstadium entdeckt worden, und die Frauen erhielten vier Infusions­zyklen auf der Basis von Taxanen und/oder Anthrazyklinen. Als Erfolg des Scalp cooling werteten die Wissen­schaftler, wenn Frauen keine oder weniger als die Hälfte ihrer Haare verloren. Das Resultat: Während die Erfolgsrate der Frauen ohne Scalp cooling bei null lag,profitierten in der Gruppe mit Kühlkappe 50,5 Prozent, 5 Prozent verloren nahezu keine Haare.

Scalp cooling ist jedoch nicht unumstritten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schreibt: »Würde das Prinzip funktionieren und kämen tatsächlich weniger Krebsmedikamente in der Kopfhaut an, könnten sie im Umfeld der Kälte­hauben auch nicht gegen versprengte Tumor­zellen wirken. Experten raten daher besonders Patienten mit Leukämie, Lymphomen oder Melanomen von Kühlhauben eher ab«. (iw)



Beitrag erschienen in Ausgabe 07/2017

 

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