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PTA in der Industrie

»Mein Interesse gilt den Rezepturen«


Von Annette van Gessel / Nach vielen Jahren in öffentlichen ­Apotheken und in der Industrie arbeitet PTA Ingrid Tieke jetzt als Verkaufsleiterin bei Caelo in Hilden. Zuständig ist sie dort für die Bereiche Apotheke und Krankenhaus. PTA-Forum schildert sie die einzelnen Schritte ihrer beruflichen Karriere.

 

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PTA-Forum: Bitte schildern Sie Ihren beruflichen Werdegang.

Tieke: Nach meiner Ausbildung zur PTA war ich 16 Jahre lang in verschiedenen Apotheken tätig. Schon damals habe ich viele Fortbildungen besucht und mich insbesondere für die Rezeptur interessiert. Anfang 2003 habe ich sehr gerne ein Angebot angenommen, in die Industrie zu wechseln, um mich dort mehr mit Rezepturen zu befassen. Meine Kenntnisse zu Rezeptur, Rohstoffen, deren Qualität und zu GMP habe ich dann vertieft. Dazu erhielt ich eine über zweijährige interne Weiterbildung unter Apotheker Dr. Dick Blok als Mentor. Zunächst arbeitete ich als Außendienstmitarbeiterin, doch schon nach sechs Monaten entwickelte ich Rezepturseminare und wurde als Fortbildungsreferentin sowie als Marketing- und Sales-Manager eingesetzt.

Durch Firmenzukauf und -zusammenlegung wurde zweieinhalb Jahre später ein neues Unternehmen gegründet. In diesem durfte ich als Projektmanagerin für Fortbildung und Training arbeiten. Nun waren meine Aufgaben sehr umfangreich: Ich trainierte Außendienstmitarbeiter, unterstützte fachlich die Marketingabteilung sowie das Produktmanagement, betreute eine Rezeptur-Hotline und gab Rezepturseminare in ganz Deutschland sowie Qualitätszirkel für Dermatologen, unter anderem auch an Universitäten und PTA-Schulen. Außerdem trug ich im Auftrag der Apothekenkammern bei Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen vor. Es hat mir immer viel Freude bereitet, den Fachfragen der Kolleginnen und Kollegen aus den Apotheken auf den Grund zu gehen und eine praktikable Antwort zu finden.

PTA-Forum: Seit wann arbeiten Sie bei Caesar & Loretz, und wie kamen Sie auf die Idee?

Tieke: Eigentlich war ich in meiner Rezepturwelt ganz zufrieden. Erst das Gespräch mit einem früheren Kollegen inspirierte mich, und so stellte ich mich mit 43 Jahren einer neuen beruflichen Herausforderung. Am 1. März 2011 hatte ich dann meinen ersten Arbeitstag bei der Firma Caesar & Loretz GmbH in Hilden. Das ist jetzt schon ein dreiviertel Jahr her, und ich muss sagen: Die Entscheidung war genau richtig, denn ich fühle mich wohl bei Caelo.

PTA-Forum: Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Tieke: Ich bin Verkaufsleiterin für die Bereiche Apotheke und Krankenhaus. Doch meinem Spezialgebiet, der Rezeptur, bin ich trotzdem treu geblieben. So halte ich weiterhin Seminare und Vorträge über Hygiene im Apothekenalltag, die neue Gefahrstoffverordnung, Analytik im Apothekenlabor und natürlich auch das Seminar Fit für die Rezeptur. Um den Apotheken noch mehr Service zu bieten, hat die Firma Caelo außerdem eine Rezeptur-Soforthilfe eingerichtet, zu erreichen unter der Telefonnummer 0180 555 66 51. Hier beantworte ich täglich von 8 bis 18 Uhr direkt und schnell Fragen rund um das Thema Rezeptur.

Ein Teil meiner Aufgaben ist die Begleitung des Rezepturforums von Caelo. Dort können sich PTA, Apotheker, Dermatologen und auch Laien über Individualrezepturen direkt und schnell austauschen. Hier können sie Erfahrungen teilen, vom Fachwissen anderer profitieren, Informationen erhalten und selbst Fragen stellen. Wie Sie sehen, ist mein Berufsalltag sehr abwechslungsreich und bunt gemischt.

PTA-Forum: Was ist nach Ihrer Meinung der Hauptunterschied zur Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke?

Tieke: Ganz klar. Im Vergleich zur Apotheke beschäftige ich mich jetzt mit einem eingeschränkten Themengebiet. In der öffentlichen Apotheke muss sich jeder Mitarbeiter für viele Themen interessieren, denn Patienten erwarten eine kompetente Beratung zu ihren individuellen Belangen. Außerdem sind meine jetzigen Kunden keine Patienten mehr, sondern Kolleginnen und Kollegen aus der Apotheke.

PTA-Forum: Was macht Ihnen aktuell die meiste Freude?

Tieke: Während meiner Zeit in der Apotheke habe ich viele Rezepturen hergestellt. Manchmal hätte ich mir schnell kompetente Hilfe gewünscht.

Heute begeistert es mich, vielen PTA, Apothekerinnen und Apothekern in solchen Situationen helfen zu können. Denn ich weiß noch genau, wie viel Wert PTA und Apotheker auf die Abgabe eines wirksamen und stabilen Rezepturarzneimittels legen.

PTA-Forum: Wie haben Sie persönlich von Ihrem Wechsel in die pharmazeutische Industrie profitiert?

Tieke: Ich durfte sehr viel lernen. So konnte ich meinen wissenschaftlichen Hintergrund erweitern. Dadurch lernte ich, Probleme aus der Rezepturarbeit ganz anders zu beurteilen, ähnlich einem Kurzsichtigen, der eine Brille mit passender Schärfe aufsetzt. Er sieht weiter, klarer und wird sicherer.

Auch lernte ich in der Industrie verschiedene EDV-Programme kennen, außerdem Grundlagen der Kommunikation und des Marketings. Ich erhielt Einblicke in die Welt der Betriebswirtschaftslehre und bekam eine Vorstellung von den vielen Arbeitsbereichen in einer Firma: über die industrielle Arzneimittelherstellung, Qualitätssicherung und -kontrolle, Einkauf und Verkauf bis hin zu Lager, Logistik und Versand. Zusammengefasst: Ich hatte 16 Jahre lang den Blick aus der Apotheke heraus und danach den beruflichen Blick in die Apotheke hinein. Das erweitert den eigenen Horizont.

PTA-Forum: Was empfinden Sie als besondere Herausforderung?

Tieke: Dass ich weiterhin mit Freude und Enthusiasmus arbeite und gleichzeitig Beruf und drei Kinder unter einen Hut bringe. Denn die Ansprüche im Beruf ändern sich stetig.

PTA-Forum: Welchen Rat würden Sie Berufsanfängerinnen geben?

Tieke: Neugierig zu sein, sich ständig fortzubilden, den Arbeitsplatz auch einmal zu wechseln, um so in Apotheken mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu arbeiten. Und wer in der Apotheke keine berufliche Erfüllung findet, kann einen Arbeitsplatz in der Industrie suchen. Die Möglichkeiten sind groß, angefangen beim Einkauf oder Verkauf, im Marketing, in der Produktion, im Labor oder im Kundenmanagement. Meine Erfahrung ist, wenn eine PTA alle Bereiche der öffentlichen Apotheke abgeklopft hat, weiß sie schon, welches Aufgabengebiet sie am ehesten fasziniert.

PTA-Forum: Würden Sie sich noch einmal für den PTA-Beruf entscheiden?

Tieke: Auf jeden Fall. Der PTA-Beruf ist sehr vielfältig, und PTA können in vielen Arbeitsbereichen tätig werden. Meine langjährige Erfahrung aus der Apothekenpraxis, gepaart mit meiner Leidenschaft für Rezeptur und Kundenberatung hat mich zu meinem Traumjob geführt. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2012

 

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