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Deutsches Arzneiprüfungsinstitut

Probleme besser erkennen


Von Annette van Gessel / Das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI) hat laut Satzung zur Aufgabe, die Wissenschaft und Forschung sowie die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit zu fördern. BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer wurde im Dezember 2013 für weitere vier Jahre zum Vorsitzenden gewählt. PTA-Forum befragte Kiefer zu den Arbeiten des gemeinnützigen Vereins.

 

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PTA-Forum: Seit wann existiert das DAPI und gab es einen besonderen Anlass für seine Gründung?

Kiefer: Das DAPI wurde 1952 gegründet, allerdings mit einem anderen Zweck: Damals war seine Aufgabe, Arzneimittel chemisch zu analysieren. Von den Laboruntersuchungen sind wir weg. Heute wertet das DAPI Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) aus.




Dr. Andreas Kiefer ist – neben seinem Amt als Vorsitzender des DAPI – Präsident der Bundesapothekerkammer und Vorsitzender der DAC/NRF-Kommission. Er leitet eine Apotheke in Koblenz.

Foto: ABDA


PTA-Forum: Wie wird das Institut finanziert?

Kiefer: Wir finanzieren uns durch Mitgliedsbeiträge. Mitglieder sind fast alle Apothekerkammern- und verbände sowie viele Einzelmitglieder.

PTA-Forum: Sind alle Mitarbeiter Pharmazeuten oder werden auch andere Qualifikationen gebraucht?

Kiefer: Die DAPI-Geschäftsstelle in Berlin besteht derzeit aus fünf hauptamtlichen Mitarbeitern: Drei Apothekerinnen, einer Statistikerin und einem Mathematiker. Hauptamtliche Geschäftsführer des DAPI sind Prof. Martin Schulz, ein Apotheker, und der Volkswirt Karl-Heinz Resch. Beide sind zugleich Geschäftsführer bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Der ehrenamtliche DAPI-Vorstand besteht aus vier Apothekern und einem Juristen.

PTA-Forum: Was sehen Sie als Hauptaufgaben des DAPI an?

Kiefer: Unser Vereinsziel ist laut Satzung die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. Wir bearbeiten dazu Fragen, die mit der Prüfung und Bewertung der Anwendung von Arzneimitteln im Zusammenhang stehen. Basis unserer Auswertungen sind anonymisierte Daten, die die Rechenzentren aus den GKV-Rezepten ziehen. Daten von Privatpatienten oder aus der Selbstmedikation stehen uns nicht zur Verfügung.

PTA-Forum: Wie muss man sich die konkrete Arbeit des DAPI vorstellen?

Kiefer: Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle arbeiten so gut wie ausschließlich am Computer und stellen Auswertungen aus Datenbankabfragen zusammen. Die Geschäftsstelle steht in engem Kontakt zum fünfköpfigen Vorstand. Alle Sachfragen werden gemeinsam entschieden.

PTA-Forum: Woher erhält das DAPI die für seine Analysen erforder­lichen Daten?

Kiefer: Wir bekommen Daten von Apothekenrechenzentren. Dabei hat der Datenschutz für uns oberste Priorität und genügt strengsten Anforderungen. Aus unseren Daten können und wollen wir keine Rückschlüsse auf einzelne Patienten, Apotheken oder Ärzte ziehen.

PTA-Forum: Welche Bedeutung spielt das DAPI in Fragen der Pharmakoepidemiologie beziehungsweise der Arzneimittelsicherheit?

Kiefer: Wir können aus unseren Daten viele Probleme in der Arzneimitteltherapie erkennen. Zum Beispiel können wir feststellen, wie häufig pharmazeutische Bedenken bei der Belieferung von Rabattverträgen geltend gemacht werden. Einige Wirkstoffe wie Gerinnungshemmer und Betäubungsmittel und auch bestimmte Darreichungsformen wie transdermale therapeutische Systeme kommen dabei besonders häufig vor.

Wir werten zum Beispiel auch aus, wie viele Rezepturarzneimittel in den Apotheken zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse hergestellt wurden, welche Arzneimittel besonders häufig im Nacht- und Notdienst abgegeben werden oder wir unterstützen die Arzneimittelkommission der Apotheker zum Beispiel bei der Beurteilung der Relevanz von Rückrufen.

PTA-Forum: Wer entscheidet über die jeweils aktuelle Arbeit des DAPI?

Kiefer: Der Vorstand entscheidet, gemeinsam mit der Geschäftsstelle. Jeder Antrag auf eine Datenauswertung wird von uns nach festgelegten Kriterien priorisiert – und dazu gehört auch die Entscheidung, in welches Thema wir wie viele Kapazitäten investieren.

PTA-Forum: Wie werden die Ergebnisse der Arbeit des DAPI öffentlich bekannt?

Kiefer: Wir veröffentlichen interessante Auswertung auf unserer Internetseite, www.dapi.de. Dort findet man im öffentlichen Bereich zum Beispiel unsere »Zahl des Monats«. Auf dieser Internetseite gibt es ebenfalls Links zu unseren Publikationen in wissenschaft­lichen Journalen und zu Vorträgen auf Tagungen. Außerdem veröffentlichen wir regelmäßig interessante Zahlen zu den Leistungen der Apotheken als Pressemitteilungen, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene.

PTA-Forum: Mit welchen anderen europäischen Organisationen ist das DAPI vernetzt?

Kiefer: Das DAPI ist als Forschungszentrum für Pharmakoepidemiologie und -vigilanz in die Datenbank des Euro­pean Network of Centres for Pharmacoepidemiology and Pharmacovigi­lance (ENCePP) aufgenommen worden und kooperiert mit Universitäten (je nach laufenden Projekten) und natürlich mit Unternehmen und Institu­tionen der Apothekerschaft.



 

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