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POLITIK UND BERUF

Selbstmarketing

Überzeugend auftreten


Von Andreas Nagel / Wer in der Apotheke ein Produkt zu einem angemessenen Preis verkaufen möchte, muss dem Kunden oft zunächst die Qualität, die Wirkung, und den Nutzen dieses Präparates darstellen. Das gleiche Prinzip gilt für die berufliche »Selbstdarstellung« gegenüber Chefs, Kollegen und Kunden. Wer es versteht, als fachlich kompetenter und menschlich sympathischer Mitarbeiter aufzutreten, wird meist von allen Personen gleichermaßen geschätzt.

 

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Ziel des Selbstmarketings ist es, sich im Berufsleben fachlich und persönlich möglichst positiv darzustellen und ­damit den eigenen Arbeitsplatz und ein angemessenes Gehalt dauerhaft zu ­sichern. Dazu muss die fachliche Kompetenz ­erkennbar kommuniziert und durch ein überzeugendes Auftreten ­ergänzt ­werden.




Illustration: Shutterstock/Visual Generation


Selbstmarketing ­besteht daher aus mehreren Maß­nahmen, die sich ­gegenseitig ergänzen und verstärken. Dieses Marketing in eigener Sache ist auch nicht verwerflich oder unmoralisch, denn es geht nicht um Angeberei oder um das Vortäuschen nicht vorhandener Fähigkeiten. Es geht vielmehr da­rum, sich selbst und seine guten Leistungen ins rechte Licht zu rücken.

Leider werden manchen Menschen in der Kindheit von Eltern oder Lehrern häufig negative Einstellungen zum Thema Selbstdarstellung vermittelt. So sagt der Volksmund: »Bescheidenheit ist eine Zier.« Und die Umgangssprache ergänzt: »Doch weiter kommt man ohne ihr.« Also: Keine falsche Bescheidenheit! Tue Gutes und sprich darüber!

Bestandsaufnahme

Analysieren Sie zunächst Ihre derzei­tigen Kenntnisse und Fähigkeiten ­so genau wie möglich. Beantworten Sie dazu die folgenden Fragen :

  • Welche fachlichen Kenntnisse habe ich?
  • Welche beruflichen Erfahrungen habe ich?
  • Welches »Spezialwissen« unter- scheidet mich von anderen Berufskollegen?
  • Welche Stärken habe ich?
  • Was kann ich besonders gut?
  • Welche Schwächen habe ich?
  • Wo sehe ich Verbesserungsbedarf?

 

Aus den Antworten auf diese Fragen ergeben sich meist bereits erste ­Ansatzpunkte für zukünftige Verbesserungen.

Ziele setzen

Überlegen Sie nun, wie Sie von Ihrem Chef und von Ihren Kollegen wahr­genommen werden möchten. Analy­sieren Sie für sich Ihre angestrebte »ideale« Arbeits- und Verhaltensweise so genau wie möglich. Wie möchten Sie auftreten? Wie möchten Sie ge­sehen werden? Was können Sie tun, um Ihren Nutzen und damit Ihren Wert für die Apotheke zu erhöhen? Entscheiden Sie auch, ob Sie an vorhandenen Schwächen arbeiten wollen oder ob Sie diese Schwächen als unabänderlich ­akzeptieren. Erstellen Sie dann einen individuellen Maßnahmeplan und berücksichtigen Sie dabei die folgenden Anregungen.

Fachkompetenz

Eine hohe Fach- und Beratungskompetenz ist für jede PTA ein wichtiger Erfolgsfaktor. Erstellen Sie daher einen individuellen Fortbildungsplan. Welche Fachzeitschriften lesen Sie regelmäßig, um auf dem Laufenden zu bleiben? Welche Fachbücher werden Sie in den kommenden Monaten lesen, um Ihr Wissen zu erweitern? Welche Seminare werden Sie zu Ihrer Fortbildung besuchen?

Die systematische Weiterentwicklung des eigenen Wissens führt nicht nur zu einer Verbesserung der fach­lichen Leistungen, sondern erhöht meist auch die Freude an der beruf­lichen Tätigkeit, weil man sich sicherer fühlt und positive Rückmeldungen von Chefs, Kollegen und Kunden erhält. Eine gezielte Fortbildung kann außerdem die Übernahme neuer oder zusätzlicher Tätigkeiten ermöglichen und damit im Einzelfall auch ein höheres Gehalt rechtfertigen.

Äußeres Erscheinungsbild

Ihr Image als PTA wird nicht nur durch die fachliche Kompetenz, sondern auch durch Ihr äußeres Erscheinungsbild ­geprägt. Auch wenn es oft heißt, man solle Menschen nicht nach Ihrem Äußeren beurteilen, so tun es viele Menschen doch unbewusst und instinktiv. Wenn Sie im HV weiße Kittel tragen, gilt dieser Grundsatz zumindest für die Kleidung, mit der Sie in die Apotheke oder zur abendlichen Teambesprechung kommen. Achten Sie daher stets auf eine gepflegte und typgerechte Kleidung.

Zu einem gepflegten Erscheinungsbild gehören selbstverständlich auch ein passender Haarschnitt, gepflegte Hände und ein dezentes Make-up. Tabu sollten fettige Haare, schmutzige ­Fingernägel, Schweißflecken, Schweißgeruch, Mundgeruch und aufdringliche Parfüms sein. Auch ungeputzte Schuhe und schief getretene Absätze sind ein No-Go.

Richtig kommunizieren

Damit Sie stets als angenehmer Gesprächspartner wahrgenommen werden, sollten Sie die Grundregeln für eine gute Kommunikation beachten: Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner möglichst mit Namen an. Halten Sie Blickkontakt und hören Sie aufmerksam zu. Lassen Sie sich im Gespräch nicht durch andere Personen oder durch Telefonate unterbrechen. Ver­setzen Sie sich bei Meinungsverschiedenheiten in die Situation Ihres Gesprächspartners und argumentieren Sie immer sachlich und konstruktiv. Reden Sie niemals abfällig über ab­wesende Personen und plaudern Sie niemals Dinge aus, die man Ihnen im Vertrauen erzählt hat. Ihr Gesprächspartner wird sonst unweigerlich davon ausgehen, dass Sie in seiner Abwesenheit genauso über ihn herziehen. Nehmen Sie gerechtfertigte Kritik sachlich und konstruktiv an – reagieren Sie nicht beleidigt. Halten Sie Zusagen gegenüber Kunden und Kollegen stets ein und informieren Sie gegebenenfalls über sich ergebende Verzögerungen.




iIllustration:iStock/drogatnev


Darüber hinaus können Sie auch durch höfliche Umgangsformen immer einen positiven Eindruck hinterlassen. »Bitte«, »Danke« oder »Kann ich Ihnen helfen?« sind daher mehr als nur Floskeln. Sie zeigen, dass Sie Ihre Gesprächspartner wertschätzen. Auch ein freundliches Lächeln und eine aufrechte, offene Körperhaltung wirken immer sympathisch. Bei Bedarf können Sie beides vor dem Spiegel überprüfen und gegebenenfalls verändern.

Guten Eindruck vermitteln

Nicht nur was Sie sagen, sondern auch wie Sie es sagen, bestimmt Ihre ­Wirkung auf den Gesprächspartner. Nehmen Sie doch einmal ein Alltags­gespräch (mit Einverständnis des Gesprächspartners) oder einen Vortrag mit einem Recorder auf und beurteilen Sie Sprechtempo, Stimmlage, Be­tonung und Wortwahl. Haben Sie eine angenehme Stimme und eine klare Aussprache oder verschlucken Sie ge­legentlich Silben? Hören Sie sich gestresst an? Beenden Sie Sätze korrekt oder sprechen Sie in Endlossätzen? Verwenden Sie auffallend viele Füllworte (wie »äh«, »hmm«, »also«)? Ist Ihre ­Mimik und Gestik angemessen? Ein ­Herumfuchteln mit Armen oder Händen wirkt oft störend, belustigend oder sogar abstoßend.

Erfolgstagebuch

Legen Sie für die Umsetzung Ihrer Selbstmarketing-Ideen ein Tagebuch an, in dem Sie alle beruflichen Erfolge notieren. Halten Sie abends alle Dinge fest, die Sie an diesem Tag besonders gut gemacht oder zusätzlich erledigt haben (etwa besondere fachliche Leistungen, Übernahme zusätzlicher Tätigkeiten oder einmaliger Sonderauf­gaben, Unterstützung von Kollegen, Verbesserungsvorschläge, Bereitschaft zu flexiblem Einsatz und zu Überstunden). Ein solches Erfolgstagebuch ist nicht nur ein gutes Kontrollinstrument, es stärkt auch Ihr Selbstwertgefühl und liefert Argumente für zukünftige Gehaltserhöhungen. Selbstmarketing ist daher auch keine einmalige Aktion, sondern eine Daueraufgabe. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 24/2016

 

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