PTA-Forum online
Arzneipflanzenporträt

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) wird auch Heilwegerich oder Wunderwegerich genannt und ist hierzulande an vielen Feld- und Wegrändern zu finden. Seine Hauptindikation ist der Reizhusten, er wird aber auch bei Insektenstichen und Wunden eingesetzt.
Annette Immel-Sehr
15.05.2019
Datenschutz

Merkmale

  • grundständige Rosette mit 20 bis 40 cm langen lanzettlichen Blättern
  • 3 bis 7 parallele Blattnerven
  • 10 bis 50 cm lange aufrechte, blattlose Stängel aus der Mitte der Blattrosette
  • walzenförmige 2 bis 3 cm lange Blütenähre bestehend aus unscheinbaren Blüten mit herausragenden gelblichweißen Staubblättern
  • Blütezeit Mai bis September
  • zweisamige Kapsel als Frucht

Heimat

  • gemäßigte Klimazonen
  • Droge aus Kulturen in Osteuropa, zu einem kleinen Teil aus den Niederlanden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Blätter, Stängel und Blütenstände (Plantaginis herba)

Inhaltsstoffe

  • Schleimstoffe
  • Phenylethanoide
  • Iridoide

Anerkannte medizinische Anwendung

  • innerlich: Katarrhe der Luftwege (ESCOP, Kommission E)
  • äußerlich: zur Behandlung zeitweilig auftretender entzündlicher Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut; bei Insektenstichen und zur Wundheilung (ESCOP, Kommission E)

Empfohlene Dosierung

  • dreimal täglich eine Tasse Spitzwegerichtee trinken; Tagesdosis bei Erwachsenen und Jugendlichen 3 bis 6 g Droge, Kinder unter sechs Jahren 2 bis 4 g Droge

Nebenwirkungen

  • keine bekannt

Wechselwirkungen

  • keine bekannt

Kontraindikationen

  • keine bekannt

Abgabehinweis

  • Kinder unter 3 Jahren sollten bei Husten ärztlich behandelt werden, keine Selbstmedikation

Zubereitung

2 bis 4 g geschnittenes Spitzwegerichkraut mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. Um mehr Schleimstoffe zu extrahieren: Aufguss mit kaltem Wasser ansetzen, nach zwei Stunden abseihen und kurz aufkochen.

Beispiele für Monopräparate

  • Broncho-Sern
  • Doppelherz Spitzwegerich Hustensaft V
  • Klosterfrau Hustensaft
  • Tetesept Hustensaft Bronchial-activ

Beispiele für Kombipräparate

  • Beecraft Propolis Hustenpastillen
  • H&S® Husten- und Bronchialtee
  • Husten- und Bronchialtee Bombastus
  • Sidroga® Husten- und Bronchialtee

Wegrandsalat

In der Notzeit nach den Weltkriegen und während der Weltwirtschaftskrise wurde Spitzwegerich oft als Salat verwendet. Heute erinnern sich kreative Köche an die essbaren Blätter und entwickeln daraus zahlreiche interessante Gerichte und Zutaten. Häufig kombinieren sie Spitzwegerich dabei mit anderen Wildkräutern wie Gänseblümchen, Sauerampfer, Kerbel, Giersch und Löwenzahn. Angefangen bei grünen Smoothies, Wildkräuterpesto und Wildkräuterbutter spannt sich das Angebot über Frühlingskräutersuppe und Wegrandsalat bis zur Spitzwegerich-Roulade. Zahlreiche solcher Rezepte sind im Internet veröffentlicht. Der Geschmack der Spitzwegerichblätter wird als leicht pilzartig beschrieben. Zu finden ist Spitzwegerich oft in Wiesen, an Äckern und Wegrändern. Erntezeit ist April bis Ende August. Die zarten Blätter des Spitzwegerichs im Frühjahr gelten als besonders schmackhaft.

Mehr von Avoxa