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PTA-Ausbildung

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Die Corona-Pandemie hat auch die PTA-Ausbildung stark in Mitleidenschaft gezogen. Andreas May von Adexa berichtet PTA-Forum von den Herausforderungen bei Unterricht und Praktikum.
Michael van den Heuvel
31.07.2020  12:45 Uhr

PTA-Forum: Wie bewerten Sie die aktuelle Situation durch die Pandemie speziell für PTA-Schüler?

May: In die Zukunft kann niemand blicken. Tatsache ist, dass wir regional immer wieder Lockdowns aufgrund hoher Fallzahlen haben. Eine zweite Welle scheint möglich. Das Leben wurde durch den ersten Lockdown und wird durch die Corona-Pandemie enorm eingeschränkt. PTA-Schülerinnen und -schüler trifft es gleich doppelt: bei der Fachschulausbildung und beim anschließenden Praktikum.

PTA-Forum: Wie gehen PTA-Berufsfachschulen mit den Herausforderungen um?

May: PTA-Berufsfachschulen haben recht unterschiedlich auf die Herausforderung reagiert. Während des ersten Lockdowns hat etwa die PTA-Schule Augsburg – wie andere Schulen auch – den Lehrbetrieb mit Online-Videos aufrechterhalten: ein vorbildliches Beispiel. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es Grenzen gibt. Laborpraktika gehören zur PTA-Fachausbildung mit dazu.

PTA-Forum: Ist es momentan schwierig, Praktikumsplätze zu bekommen?

May: Hier scheint die Lage total unterschiedlich zu sein. Die Aktiven und das Schulteam von Adexa stehen mit etlichen Schulen in Kontakt. Wir haben erfahren, dass es in manchen Regionen gar keine Schwierigkeiten gibt, beispielsweise in Augsburg und in Ellwangen. Wir haben aber auch gehört, dass Praktikantinnen und Praktikanten anderenorts viele Absagen bekommen haben.

Adexa warnt alle angehenden PTA davor, auf einen Teil der Praktikumsvergütung zu verzichten. Das wäre – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – absolut ein falsches Signal! Und wir appellieren an Inhaber, auch in dieser angespannten Lage weiterhin auszubilden.

PTA-Forum: Das Praktikum beginnt: Was könnte noch passieren?

May: Dazu ein Blick in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA-APrVO). In § 17 Absatz 2 heißt es, dass das Praktikum inklusive des Urlaubs für maximal vier Wochen unterbrochen werden darf. Der tarifliche Urlaubsanspruch liegt bei 17 Werktagen. Muss die Apotheke schließen, weil etwa eine Kollegin oder ein Kollege positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden ist, kann die Ausbildung auf Antrag der Schülerin verlängert werden, wenn das Ausbildungsziel nicht erreicht werden kann.

Das kann auch passieren, falls Apotheken ihren Betrieb auf zwei Schichten umstellen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Aus virologischer Sicht unterscheiden sich PTA-Praktikantinnen oder Praktikanten nicht von sonstigen Apothekenangestellten.

PTA-Forum: Kann für PTA-Praktikantinnen und -praktikanten Kurzarbeit beantragt werden?

May: In den Praktikumsverträgen findet sich in aller Regel keine Vereinbarung über die Einführung von Kurzarbeit. Auch in den Tarifverträgen gibt es keine einseitige Möglichkeit für die Apothekenleitungen, Kurzarbeit anzuordnen. Es muss also immer eine Vereinbarung mit Praktikanten getroffen werden. Theoretisch wären dann sowohl Kurzarbeit als auch Kurzarbeitergeld möglich, allerdings kann hier dann wieder das Problem der nachzuarbeitenden Fehlzeiten entstehen.

Angesichts des doch recht kurzen Zeitraums des Praktikums würden wir uns wünschen, dass die Apothekenleiter hier alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den dringend benötigten Berufsnachwuchs auszubilden.

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