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Soziale Kompetenz

Ameisen – eine für alle

Duftmarken

Selbst produzierte Düfte dienen den Ameisen zur Erkennung der eigenen Koloniezugehörigkeit. Besprühen Forscherinnen wie Foitzik eine Testameise mit einem von der Kolonie abweichenden Duft, wird diese Opfer wilder Abwehrattacken ihrer Schwestern. Auch sozialparasitische Ameisen verteilen während ihrer Raubzüge durch die Ameisennester anderer Arten ein Sekret. Während die verwirrten Verteidigerinnen daraufhin ihre eigenen Schwestern attackieren, eilen die Angreiferinnen mit den erbeuteten Larven und einigen Arbeiterinnen davon. Die Königinnen der Schmalbrustameisen Leptothorax markieren sogar gezielt ihre Konkurrentinnen (meist die Mutter oder Schwestern) mit einem bestimmten Sekret, worauf die Arbeiterinnen diese Königinnen töten und sie damit allein die Kolonie führen können.

Zum lokalen Untergang von Ameisenarten führen sogenannte Superkolonien. Sie sind aus einzelnen, von Menschen im Zuge des weltweiten Handels eingeschleppten, befruchteten Königinnen entstanden, die sich nun am neuen Ort besser verbreiten können als die einheimischen Arten. Ihnen fehlen die natürlichen Gegenspieler wie Parasiten und Fressfeinde. Diesen aus Milliarden Arbeiterinnen bestehenden Kolonien gelingt es schneller, an Futter zu gelangen. Beispielsweise haben sich zwei Superkolonien der Argentinischen Ameise über 6000 Kilometer entlang der Küste von Portugal nach Italien ausgebreitet.

Existenzielle Bedrohung

Neben den invasiven Ameisenarten bedrohen die pestizid- und insektizidhaltige industrialisierte Landwirtschaft und die Abholzung des Regenwaldes verschiedene Ameisenarten existenziell. Allein auf einer Fläche Regenwald in Peru von der Größe einer Stadt wie Mainz leben im Boden oder auf Bäumen 600 Ameisenarten, die sich an das dortige Leben angepasst haben. Werden diese Flächen gerodet, verschwinden auch die Ameisen mit ihr.

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