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Be-Up-Studie

Angenehmer gebären

Welche Wirkung hat die Geburtsumgebung auf das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin? Dieser Frage ging die randomisierte kontrollierte deutschlandweite Studie »Be-Up: Geburt aktiv« nach, die von der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum durchgeführt wurde.
Annette Immel-Sehr
04.08.2022  12:00 Uhr

In 22 geburtshilflichen Kliniken in neun Bundesländern wurde ein Raum mit einer Bodenmatratze, verschiedenen großen Schaumstoffwürfeln, einem Gebärhocker und weiteren Elementen sowie einer Sitzecke mit Getränken und Snacks gestaltet. Die Gebärenden hatten mehr Bewegungsfreiheit als im klassischen Kreißsaal; für Entspannung sorgten Naturfilme.

Nach Auswertung von 3815 Geburten wurden nun die ersten Ergebnisse präsentiert. »Wir konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen den mütterlichen Körperpositionen während der Wehen und der Selbstbestimmtheit der Frauen nachweisen. Je aufrechter und häufiger diese Positionen eingenommen wurden, umso selbst bestimmter erlebten die Frauen die Geburtsphase«, berichtet Studienleiterin Dr. Gertrud M. Ayerle, Halle. Hintergrund der Studie ist die hohe Kaiserschnittrate in Deutschland (rund 30 Prozent), die im Vergleich zur vaginalen Geburt mit einer höheren mütterlichen Komplikationsrate und möglichen Beeinträchtigungen der kindlichen Gesundheit einhergeht. Dem sollte ein attraktives Angebot für eine natürliche Geburt entgegengestellt werden. Die Erfahrungen waren so positiv, dass einige beteiligte Kliniken den alternativen Gebärraum nach Abschluss der Studie weiterhin anbieten.

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