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Statt Blinddarmentfernung

Antibiotikum ist für viele Patienten eine Alternative

Bei einer akuten Blinddarmentzündung wurde der Appendix bis vor einigen Jahren fast immer operativ entfernt. Mittlerweile hat sich aber auch die Behandlung mit einem Antibiotikum etabliert. Aktuelle Studien zeigen, dass die Therapie in rund der Hälfte alle Fälle eine gute Alternative zur OP ist.
Verena Schmidt
25.02.2022  15:30 Uhr

Im Fachjournal »New England Journal of Medicine« waren Ende vergangenen Jahres die Ergebnisse einer Studie US-amerikanischer Mediziner veröffentlicht worden, die die langfristigen Folgen – bis zu vier Jahre nach Erstdiagnose – für die Patienten darstellen. Demnach mussten sich 40 Prozent der beobachteten erwachsenen Patienten ein Jahr nach der Antibiotikatherapie doch einer Operation unterziehen, nach zwei Jahren 46 Prozent und nach vier Jahren 49 Prozent. Das zeigt aber auch: Bei etwa der Hälfte der antibiotisch behandelten Patienten war auch nach vier Jahren keine Appendektomie, also eine Entfernung des Blinddarms, nötig.

»Manche Ärzte und Patienten werden feststellen, dass diese Langzeit-Appendektomieraten Antibiotika zu einer weniger wünschenswerten Therapie machen, doch ein großer Teil der Patienten bevorzugt Antibiotika, selbst wenn letztendlich doch eine Operation erforderlich sein könnte«, schreiben die Studienautoren um David Flum von der University of Washington. Angesichts der Studienergebnisse hat das American College of Surgeons, eine der größten chirurgischen Fachgesellschaften der Welt, seine Einstufung bekräftigt: Demnach sind Antibiotika »eine akzeptable Erstlinienbehandlung« für die meisten Patienten mit Appendizitis.

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