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Schwangerschaft

Antidepressiva erhöhen Risiko für Gestationsdiabetes

In einer Kohortenstudie haben Forscherinnen erstmals einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva während der Schwangerschaft und einem erhöhten Auftreten von Gestationsdiabetes gefunden. 
Daniela Hüttemann
08.11.2019
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Ein Forscherteam der Universität in Montreal, Kanada, wertete für die Studie Daten der Quebec Pregnancy Cohort aus, die Gesundheitsdaten aller Schwangerschaften zwischen Januar 1998 und Dezember 2015 enthält. 20.905 Frauen entwickelten in der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes, ohne dass Risikofaktoren wie Übergewicht und Diabetes Typ 1 oder 2 vorlagen.

Diesen Frauen stellten die Forscherinnen 209.050 Schwangere ohne gegenüber und verglichen deren Medikation miteinander, also die eingelösten Verordnungen für Antidepressiva. Dabei stellten sie fest, dass 1.152 Frauen mit Gestationsdiabetes (5,5 Prozent) während der Schwangerschaft Antidepressiva eingenommen hatten, gegenüber 8.589 der Vergleichsgruppe (4,1 Prozent), berichten die Wissenschaftlerinnen im Fachjournal »BMJ Open«.

Das relative Risiko war im Mittel um 19 Prozent erhöht, hing aber stark von der Art des Antidepressivums ab. Bei der Einnahme trizyklischer Antidepressiva, vor allem Amitriptylin, war das Diabetesrisiko während der Schwangerschaft um 47 Prozent erhöht und unter selektiven Noradrenalin-Reuptake-Inhibitoren (SNRI), vor allem Venlafaxin, um 27 Prozent. Kein erhöhtes Diabetesrisiko bestand unter Einnahme selektiver Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) wie Citalopram, Paroxetin und Sertralin. Die Forscherinnen erklären sich die Beobachtungen durch einen Effekt bestimmter Antidepressiva auf die Glucose-Homöostase, die Insulinsekretion und einer häufig auftretenden Gewichtszunahme als Nebenwirkung.

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