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Chlorhexidin-Gel

Antiseptikum selbst herstellen

Im Rezepturhinweis »Chlorhexidin zur zahnärztlichen Anwendung« findet Gabi weitere hilfreiche Informationen. Hier wird explizit ein 1-prozentiges Hydrogel zur Anwendung im Mund bei Zahnfleichentzündung oder zur Heilungsunterstützung nach einer Parodontosebehandlung erwähnt. Gabi findet bestätigt, dass Chlorhexidinsalze unproblematisch in verschiedenen Hydrogele eingearbeitet werden können. Ein paar Gelbildner sind explizit erwähnt, unter anderem die in den Fertigarzneimitteln benutzte Hydroxypropylcellulose 400, aber auch andere.

Außerdem findet Gabi eine Rezepturformel aus dem Österreichischen Rezepturformularium:

Ein zusätzlicher Absatz über aromatisierte Mundgele weist auf den bitteren Geschmack von Chlorhexidin hin, der durch den Zusatz von zum Beispiel Pfefferminzöl überdeckt werden kann. Pfefferminzöl benötigt in Hydrogelen allerdings einen Lösungsvermittler beziehungsweise ein Lösemittel. Der Isopropylalkohol in den Fertigarzneimitteln scheint neben einer weiteren antimikrobiellen Wirkung zu diesem Zweck beigefügt zu sein. Zusätzlich ist Macrogolglycerolhydroxystearat als Lösungsvermittler enthalten.

Gabi würde der Zahnarztpraxis gern ein Gel mit Aroma anbieten können, falls für jemanden der bittere Geschmack ein Problem darstellt. Leider hat sie keine Angaben gefunden, wie viel Alkohol benötigt wird. Hydroxyethylcellulose-Gel kann nicht mehr als 20 Prozent Ethanol enthalten, eine Angabe zu Isopropylalkohol findet Gabi nicht.

Nach einer etwas längeren Internet-Suche findet sie ein Sicherheitsdatenblatt mit Mengenangaben für das Chlorhexamed DIREKT 1 % Gel®. Das Fertigarzneimittel enthält 4 Prozent Isopropylalkohol, unter 1 Prozent Pfefferminzöl und unter 1 Prozent Levomenthol. Damit hat sie endlich eine Mengenangabe gefunden, mit der sie arbeiten kann. Die Menge an Pfefferminzöl legt sie auf 0,3 Prozent fest. Sie hatte im DAC/NRF eine Angabe gefunden, nach der 0,08 Prozent Pfefferminzöl in eine Mundspüllösung eingearbeitet werden sollten. Da das Gel mehr Chlorhexidindigluconat enthält als diese Mundspülung, hält Gabi den Zusatz von etwas mehr Pfefferminzöl für sinnvoll. Die Menge ist aber sicherlich anpassbar, falls entweder der bittere Geschmack noch zu sehr durchkommt oder der Pfefferminzgehalt als unangenehm hoch empfunden werden sollte.

Gabi beschließt, der Zahnarztpraxis drei Varianten des Gels vorzuschlagen: ohne Aroma (wie im Kasten oben dargestellt), mit 4 g Isopropylalkohol und 0,3 g Pfefferminzöl oder mit 0,3 g Cremophor® RH40 und 0,3 g Pfefferminzöl.

Sie spricht das mit der Apothekerin ab und schreibt der Praxis eine E-Mail mit den Vorschlägen und den jeweiligen Preisen. Die Antwort kommt schnell: Das Aroma hält die Praxis für nicht übermäßig wichtig und bevorzugt somit die erste Variante. Gabi schreibt die Plausibilitätsprüfung und die Herstellungsanweisung, lässt beide unterschreiben und heftet sie für die spätere Verwendung ab. 

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