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Ein Jahr nach der Jahrhundertflut

AoG hat viel erreicht und hilft weiter

»Ich erinnere mich noch an die Gefühle, als ich die Nachrichten von der Flutkatastrophe gesehen habe. Da war Schock, Sorge und Mitgefühl mit den Betroffenen. So viel zerstört, so viel zu tun.« – Dr. Petra Nolte, 2. Vorsitzende und Koordinatorin von Apotheker ohne Grenzen Deutschland (AoG) erinnert sich an die Anfänge der Soforthilfe: »Mir war klar, dass bei dem Ausmaß der Zerstörung lange Hilfe benötigt wird«.
AoG
11.07.2022  14:30 Uhr
AoG hat viel erreicht und hilft weiter

Im Juli 2021 wurde Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von einem schweren Unwetter getroffen. Vor allem das Ahrtal war von der Katastrophe sehr betroffen. Insgesamt starben 184 Menschen unmittelbar oder an Folgen einer aus den heftigen Regenfällen resultierenden Jahrhundertflut. Die Bilder aus dem Katastrophengebiet waren erschreckend: reißende Wassermassen flossen durch die Straßen und rissen Autos, Häuser und Brücken mit sich. Zurück blieb eine zerstörte Infrastruktur und überschwemmte Gebäude. Die Verzweiflung über das Ausmaß der Zerstörung war spürbar, viele Menschen verloren ihre Existenz.

Dank großer Anteilnahme in der deutschen Bevölkerung und einer hohen Spendenbereitschaft konnte unmittelbar nach der Katastrophe, Hilfe von allen Seiten in die Region gesandt werden. Neben der Mammutaufgabe des Aufräumens stellte die akute medizinische Versorgung der Bevölkerung und der Helfenden vor Ort eine große Herausforderung dar. Etliche Arztpraxen und Apotheken wurden durch die Flut zerstört und damit die Versorgung chronisch kranker Patienten und Patientinnen erheblich eingeschränkt.

Apotheker ohne Grenzen setzte mit den erhaltenen Spendengeldern bei der mangelnden medizinischen Versorgung an. Der Verein richtete eine Personalvermittlungsplattform ein, bei der sich betroffene Apotheken melden konnten, um mit pharmazeutischen Personal aus den Reihen der AoG-Mitglieder und Mitgliederinnen unterstützt zu werden. In Zusammenarbeit mit dem Verein »Armut und Gesundheit« wurden Hygiene-Sets an die Bevölkerung verteilt, denn neben den verheerenden Folgen der Flut durfte auch das Corona-Infektionsgeschehen nicht außer Acht gelassen werden. Auch die ersten AoG-Einsatzkräfte wurden innerhalb der ersten Tage in das Katastrophengebiet geschickt.

Die Hauptaufgabe bestand darin, zu eruieren, wo pharmazeutische Hilfe am dringendsten gebraucht wurde. Dazu wurden dringend benötigte Arzneimittel und Hilfsmittel beschafft und ins Krisengebiet gebracht. Im Sanitätslager des Verwaltungsstabs Ahr wurden unzählige Arzneimittelspenden und gekaufte Arzneimittel durch AoG-Einsatzkräfte sortiert, kategorisiert und nach Auflösung des Lagers sinnvoll weitergegeben.