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Pollenallergie

Attacke aufs Auge

Eine Bindehautentzündung ist die mit Abstand häufigste Augenkrankheit. Oft lassen allergische Reaktionen die Bindehäute anschwellen und die Tränen fließen. Daneben gibt es noch viele andere Ursachen – nicht zuletzt Stress und Umweltreize.
Brigitte M. Gensthaler
26.02.2021  12:45 Uhr

»Unsere Augen sind vielen Stressoren ausgesetzt, die bei jedem Menschen anders wirken«, erklärte die Augenärztin und Psychotherapeutin Dr. Gabriele Emmerich bei einem Online-Workshop der Firma Weleda. Diese Stressfaktoren seien biologischen, chemischen und physikalischen Ursprungs. So können Bakterien, Pilze oder Viren, aber auch Allergene und Fremdkörper eine Bindehautentzündung auslösen. Umweltreize wie Staub, Zugluft, Rauch oder grelles Sonnenlicht können ebenfalls zu einer Konjunktivitis führen. Daneben beeinflusse auch psychosozialer Stress die Augen.

Eine Konjunktivitis äußert sich mit Rötung, Brennen, Jucken und Tränen der Augen. Unabhängig vom Auslöser der Beschwerden ist es wichtig, die Grenze zwischen Selbstmedikation und Arztbesuch zu ziehen. Dazu empfahl die Ärztin: »Bei starken Schmerzen oder spätestens am dritten Tag bei anhaltenden Beschwerden muss der Patient zum Augenarzt gehen.« Berichten Patienten über Augen- und Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Fieber sollte das Apothekenteam ihnen raten, rasch einen Arzt aufzusuchen. Dies gilt ebenso für Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen, für Kleinkinder und Säuglinge, Schwangere und Stillende mit einer Konjunktivitis.

Heuschnupfen-Patienten wissen, dass die Pollenallergie nicht nur die Nase, sondern auch die Augen erfassen kann. Dann spricht man von einer saisonalen Rhinokonjunktivitis. Die ganzjährige Form der allergischen Bindehautentzündung wird eher durch Stoffe aus dem häuslichen Umfeld wie Hausstaubmilben, Tierhaare, Bettfedern und Schimmelpilze ausgelöst.

Typisch für eine allergische Bindehautentzündung sind starker Juckreiz am Auge – und dennoch gilt: nicht reiben! – und ein gesteigerter wasserklarer dünnflüssiger Tränenfluss. Viele Patienten klagen auch über Brennen, Rötung, Lichtempfindlichkeit und geschwollene Lider. Typisch ist zudem, dass die Symptome plötzlich innerhalb von Minuten nach einem Picknick oder Aufenthalt in der Nähe des »falschen« Baums auftreten können. Das Apothekenteam sollte genau hinsehen: Undurchsichtiger oder eitriger Schleim am Auge spricht gegen eine Allergie und mehr für eine Infektion.

In der Apotheke stehen verschiedene OTC-Medikamente zur Verfügung, die die allergische Plage rasch lindern können. Sofortige Hilfe bei akuten Beschwerden bringen die topischen H1-Antihistaminika Azelastin (wie Azedil®, Pollival®, Vividrin® akut) und Levocabastin (wie Livocab®), die als Augentropfen zweimal am Tag angewendet werden. Sie wirken innerhalb von zehn Minuten. Bei stärkeren Beschwerden kann der Patient bis zu viermal täglich einen Tropfen pro Auge einträufeln. Zubereitungen mit Levocabastin sind für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Zur Behandlung der saisonalen allergischen Konjunktivitis ist Azelastin für Kinder ab vier Jahren indiziert, bei der ganzjährigen Form ist die Anwendung erst ab zwölf Jahren erlaubt. Bei Azelastin ist die Anwendung auf sechs Wochen begrenzt.

Ein weiteres Antihistaminikum, das zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Konjunktivitis ab drei Jahren zugelassen ist, ist Olopatadin. Allerdings ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig. Olopatadin hat mastzellstabilisierende und antihistaminerge Eigenschaften.

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