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Office-Eye-Syndrom

Augen im Dauerstress

Viele Leidgeplagte suchen zunächst einmal Rat in der Apotheke und fragen nach benetzenden Augentropfen gegen das unangenehme, brennende Gefühl. Entsprechende Zubereitungen bestehen – ebenso wie natürliche Tränen – aus Schleim, Wasser und Fetten. Zur Stabilität des Films sind künstliche Polymere wie Hyaluronsäure, Cellulosederivate oder Carbomere zugesetzt.

»Die Präparate befeuchten das Auge und wirken wie eine künstliche Tränenflüssigkeit«, sagt der Medizinphysiker. »Augentropfen zur Benetzung werden direkt ins Auge getropft und schaffen schnelle Abhilfe. Augensprays werden auf die geschlossenen Lider gesprüht. Sie geben über einen längeren Zeitraum Feuchtigkeit ab.«

Augentropfen und -sprays können Betroffene mehrmals täglich anwenden. Bei der Wahl des richtigen Tränenersatzmittels kann das pharmazeutische Personal helfen. Je viskoser die Tropfen oder Gele, desto länger haften sie an der Augenoberfläche. Es braucht allerdings auch länger, bis sie sich auf dem Auge verteilt haben und der Patient wieder klare Sicht hat. Bei dünnflüssigen Zubereitungen sind es oft nur fünf Minuten, bei hochviskosen kann die Sicht auch bis zu einer halben Stunde eingetrübt sein. PTA und Apotheker sollten darauf hinweisen, dass in dieser Zeit auf das Autofahren ebenso zu verzichten ist wie auf die Bedienung von Maschinen.

Leiden Betroffene nur gelegentlich unter trockenen Augen, sind dünnflüssige Tropfen zu bevorzugen. Zu dickflüssigeren Gelen sollten Patienten greifen, die häufig über starke Beschwerden klagen. Auch für die Anwendung über Nacht empfiehlt sich ein Gel. Wer mehr als fünf Mal täglich künstliche Tränen anwenden möchte, sollte ein Präparat ohne Konservierungsmittel wählen, da sonst Allergien entstehen können. Das Gleiche gilt für Menschen, die weiche Kontaktlinsen tragen, da sich sonst die Konservierungsmittel in der Kontaktlinse anreichern und die Hornhaut schädigen können.

Tränenwegs-Stöpsel (zum Beispiel Punctum Plugs) sind eine Option für Patienten, die massive Beschwerden haben. Sie werden ins Auge eingebracht und verschließen den Tränenweg, sodass die vorhandene Tränenflüssigkeit nicht mehr abfließen kann und länger im Auge verbleibt.

Die Kosten für die Arzneimittel beziehungsweise Medizinprodukte müssen Betroffene in der Regel selbst tragen. Nur in Ausnahmefällen wie bei einer chronischen Entzündung der Tränen- und Speicheldrüse, dem sogenannten Sjögren-Syndrom, ist eine Verordnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung möglich.

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