PTA-Forum online

Krippen schaden nicht

17.12.2010  15:17 Uhr

PTA-Forum / Mütter sollten sich ausschließlich um ihren Nachwuchs kümmern, bis dieser drei Jahre alt wird, so denken immer noch viele Deutsche. In kaum einem anderen Land plagt Mütter ein derart schlechtes Gewissen, wenn sie schon vor dem dritten Geburtstag wieder arbeiten gehen und ihr Kind Fremden anvertrauen, beispielsweise Erzieherinnen in einer Kinderkrippe.

Diese Sorgen sind meist unbegründet, ergab eine aktuelle Literaturarbeit, in der Entwicklungspsychologen um Rachel Lucas-Thompson vom Macalester College in Minnesota 69 Studien zur Krippenforschung aus den Jahren 1960 bis 2010 zusammenfassen. Viele Studien endeten nicht zum Zeitpunkt der Einschulung der Kinder, sondern setzten sich bis ins Erwachsenenalter fort.

»Frauen, die bald wieder anfangen zu arbeiten, sollten sich nicht allzu sehr um das Wohlbefinden ihrer Kinder sorgen«, so Lucas-Thompson. Die Auswertung der Daten habe ergeben, dass Kinder, deren Mütter schon vor dem dritten Lebensjahr an den Arbeitsplatz zurückkehren, weder häufiger Schulprobleme hätten noch vermehrt Verhaltensauffälligkeiten zeigten als Kinder, deren Mütter zu Hause blieben.

Einige Kinder profitierten sogar davon, dass die Mütter arbeiteten und Fremde sie betreuten, folgern die Psychologen. Dies gelte vor allem für den Nachwuchs von Alleinerziehenden. In Intelligenztests schnitten diese Kinder besser ab. Sie waren zudem seltener aggressiv oder übertrieben ängstlicher als Kinder von Müttern, die nicht arbeiteten. /

Quelle: Psychological Bulletin