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Sportschuhe werden flexibel

16.12.2011  13:47 Uhr

Von Tanja Schweig / Seit einigen Jahren finden sich in den Regalen der Sportartikelgeschäfte immer mehr Sportschuhe mit flexiblen Sohlen. Welche Wahl soll der Sportler nun treffen: Ist für ihn das althergebrachte Modell mit guter Dämpfung und Stützfunktion genau richtig oder das superleichte, biegsame »Barfuß-Produkt«?

Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in München äußerte sich dazu Professor Dr. Markus Walther, Chefarzt der Abteilung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie der Orthopädischen Klinik München-Harlaching: »Man hat sich von der Vorstellung verabschiedet, dass Laufen durch den Fersenaufprall krank macht.« Die Dämpfung in Sportschuhen sollte eigentlich das Verletzungsrisiko senken – einen Effekt, den Studien allerdings nicht bestätigt haben.

Weiterhin sollten ein ausgeprägtes Fußbett sowie Stützen im Rand- und Fersenbereich verhindern, dass der Fußrand stark nach innen einknickt und Bänder, Sehnen und Gelenke dadurch stark belastet würden. Doch auch diese Annahme, die übermäßige Einwärtsdrehung des Fußes sei Ursache für Verletzungen, erwies sich als falsch. Sogar das Gegenteil war der Fall: Dicke Sohlen und ausgeprägte Fersenaufbauten förderten, dass der Fuß einknickte.

Diese Erkenntnisse sorgten zum Umdenken der Sportschuh-Hersteller: Sie entwickelten neue Schuhe mit sehr flexiblen Sohlen, in denen sich die Fersen frei bewegen können, genauso wie beim Barfußlaufen. Nur so trainiere der Sportler seine Fußmuskulatur auf natürliche Weise.

Zwei Punkte müssten Sportler aber beachten, wenn sie ihre alten Schuhe gegen ein neues Modell eintauschen, rät der Experte. Zunächst müssten sie sich langsam an die Schuhe gewöhnen, um nicht einen heftigen Muskelkater sowie Überlastungsverletzungen zu riskieren. Warum erklärt Walther so: »Plötzlich benutzen Sportler wieder Muskeln, die sie die letzten 20 Jahre nicht verwendet haben!« Außerdem sei das Tragen nur dort richtig empfehlenswert, wo man ohnehin barfuß laufen kann: auf Rasen oder Waldboden. /

Quelle: Ärzte-Zeitung online