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Rückenschmerzen

Der Schuss ins Kreuz

14.12.2012  19:02 Uhr

Von Susanne Poth / Rien ne va plus! Nichts geht mehr, wenn plötzlich und unerwartet die Hexe zuschlägt. Und trotzdem muss sich der Patient gerade bei einem akuten Hexenschuss bewegen. Ohne Schmerztherapie ist das nahezu unmöglich.

Die Wirbelsäule gleicht einem Wunderwerk. Sie ist einerseits zentraler Träger, der die aufrechte Körperhaltung ermöglicht, andererseits aber so biegsam und geschmeidig, dass auch Dreh- und Beugebewegungen kein Problem sind. Darüber hinaus federt sie Sprünge und Stöße ab. Ein besonderes Zusammenspiel aus Knochen, Bändern, Sehnen, Muskeln und den Bandscheiben ermöglicht alle diese Funktionen. Die Wirbelsäule setzt sich aus 33 bis 34 Wirbeln mit ähnlicher Struktur zusammen. Bis auf den obersten Wirbel, den Atlas, besteht jeder dieser Bausteine aus einem Wirbelkörper, der die Last des Gewichtes trägt, und einem nach hinten gerichteten Wirbel­bogen, der das Wirbelloch umfasst. Die übereinander gestapelten Wirbel erzeugen so einen Kanal, der das Rückenmark und seine Häute umschließt, wichtige Teile des Zentral-Nerven-Systems. Zwischen den Wirbelkörpern treten Spinalnerven aus dem Rückenmark aus, die sich zum peripheren Nervensystem verzweigen.

Anders als die klassischen Säulen der antiken Tempel ist die Wirbelsäule nur von hinten betrachtet ein geradliniger Träger. In der Seitenansicht erweist sie sich als doppelt-S-förmig gebogen, denn sie krümmt sich im Hals- und Lendenbereich nach vorn. Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner als Hals- und Lendenlordose. Die leichte Krümmung nach hinten im Brustbereich nennen sie Kyphose. Das perfekte Zusammenspiel beider Biegungen federt bei Schritt und Tritt Erschütterungen ab, die sonst zu Schäden führen würden.

Für weitere Elastizität sorgen die Band­scheiben. Diese sitzen zwischen den Wirbelkörpern und puffern wie Stoßdämpfer Druckbelastungen auf die Wirbelsäule ab. Bandscheiben sind knorpelige Verbindungen aus einem äußeren Faserring und einem inneren Gallertkern. Dieser Kern hat einen hohen Wasseranteil, der sich auf Druck, unter anderem durch das Körper­gewicht, im Laufe des Tages wie ein Schwamm entleert. Dies kann sogar gemessen werden: Jeder Mensch schrumpft tagsüber um bis zu drei Zentimeter. Bei Entlastung saugt sich der Gallertkern erneut voll bis auf seine ursprüngliche Größe. Dabei zieht die Bandscheibe nicht nur Wasser an, sondern auch Nährstoffe. Bei Erwachsenen ist der Gallertkern ausschließlich auf diese Art der Versorgung ange­wiesen, denn nach Abschluss des Längenwachstums wird die Bandscheibe nicht mehr über Blutgefäße ernährt.

Veraltete Struktur?

Obwohl die Wirbelsäule so wunderbar konstruiert ist, überfordert der moderne Mensch sie häufig durch seinen Lebensstil und seine Arbeitsbedingungen. Denn Rückenschmerzen führen in Deutschland mit rund 80 Millionen Fehltagen die Liste der Ursachen für Arbeitsunfähigkeit an. In Umfragen geben über 80 Prozent an, das Rückgrat hätte ihnen schon einmal Beschwerden bereitet. Etwa ein Drittel der Bevöl­kerung leidet chronisch darunter, am häufigsten Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, Frauen mehr als Männer. ­Erschreckend ist, dass die Leidensgeschichte immer früher beginnt und die Zahl der unter 30-Jährigen besonders stark zunimmt. Heutzutage stellen Ärzte bereits bei den meisten Jugend­lichen Haltungsschäden fest. Sogar schon bei den Grundschülern sind rund 3 Prozent betroffen.

Zu viel Druck

Nur bei einem geringen Teil der Betroffenen lassen sich eindeutige Ursachen für die Rücken­schmerzen wie Wirbelbrüche, Osteoporose, Tumore oder Wirbelentzündungen bei Morbus-Bechterew-Patienten entdecken. Insgesamt sind über 100 verschiedene Ursachen bekannt. Bei rund 90 Prozent der Betroffenen sind die Ursachen eher unspezifisch und reichen von Verschleiß­erscheinungen der Bandscheiben bis hin zu Verspannungen der Muskulatur, die durch einseitige Belastung, Fehlhaltung, Bewegungsmangel und falsches Sitzen hervorgerufen wurden. Schon wer sich nur einfach nach vorne beugt oder mit einem krummen Rücken sitzt, belastet damit die Bandscheiben punktuell besonders stark. Mit der Dauer der Belastung steigt die Gefahr, dass sie Schaden nehmen. Viele Betroffene, ebenso wie manche Ärzte, unterschätzen als Auslöser psychische Komponenten wie Stress, Leistungsdruck, Ängste und seelische Belastung. Doch diese erhöhen nachweislich Muskelverspannungen. Rund 40 Prozent der Nacken- und Schulte­rverspannungen sollen durch psychische Ursachen ausgelöst sein.

Ischias und Hexen­schuss

Schon bei jungen Menschen führen verspannte Muskeln und muskuläre Dysbalancen aufgrund von Haltungsfehlern zu Schmerzen im Nacken, im Schulterbereich oder im Kreuz. Mit zunehmendem Verschleiß mehren sich die Probleme im unteren Lendenwirbelbereich, genauer gesagt beim fünften Lendenwirbel (L5). Hier wird die Bandscheibe am stärksten belastet.

Als Klassiker der Rückenschmerzen infolge von Verschleißerscheinungen des Wirbelsäulen­apparates sind der »Hexenschuss« (Lumbago) und die Ischialgie bekannt. Die ersten Schäden beginnen bereits nach Abschluss des Längen­wachstums, nachdem die Bandscheibe nicht mehr über Blutgefäße ernährt wird. Wenn sich junge Erwachsene wenig bewegen und zusätzlich in schlechter Körperhaltung in der Schule, vor Fern­seher oder Computer sitzen, zieht dies eine Unterversorgung der Bandscheiben mit Nährstoffen und ­Gelenkflüssigkeit nach sich. Ähnlich ­ergeht es Menschen, die – oft berufsbedingt – große Lasten heben müssen, beispielsweise Altenpfleger. Als Folge dieser starken Belastung, aber auch im Laufe des Alterungsprozesses trocknen die Band­scheiben aus und werden dünner. Schließlich wölbt sich der gallertartige Kern in manchen Fällen sogar zwischen den Wirbeln heraus. Drückt dabei die Gallertmasse auf einen Nerv, schießen blitzartig Schmerzen in die Lendengegend. Reflexartig verspannen sich daraufhin die Rückenmuskeln und führen zu einer gekrümmten Zwangshaltung. Da die Menschen in früheren Zeiten für unerklärliche Phänomene häufig bösartige Wesen verantwortlich machten, gaben sie diesem heftigen Schmerz den Namen Hexenschuss.

Ähnlich überfallartig tritt eine Ischialgie auf. Hier reizt in der Regel komplett herausgetretenes Bandscheibengewebe die Wurzel des Ischiasnerves im Bereich von Lendenwirbel 5 oder dem darunter liegenden Kreuzbeinwirbel 1. Dieser Nerv des peripheren Nervensystems leitet Infor­mationen vom Rückenmark an die Beinmuskulatur weiter und auch in umgekehrter Richtung. Im Unterschied zum Hexenschuss strahlt eine Ischialgie deshalb ins gesamte Bein schmerzhaft aus. Der Schmerz zieht dabei über die Gesäßmuskulatur und die Rückseiten der Oberschenkel bis in die Kniekehlen.

Bei einem Bandscheibenvorfall drückt die hervorgetretene Bandscheibe auf das Rückenmark im Wirbelkanal. Manchmal reißt dadurch der Faserknorpelring ein. Zusätzlich zum massiven Schmerz kribbeln die Beine, fühlen sich taub an oder wie gelähmt.

Drei Ziele im Visier

Mobilisierung und Schmerzfreiheit erreichen und damit Chronifizierung verhindern, dies sind die angestrebten Ziele bei der Therapie. Das heißt, auch wenn es schwerfällt: Der Patient muss aktiv bleiben. Mehr als zwei Tage Bettruhe sind kontraproduktiv, denn die Rückenmuskulatur baut innerhalb von kurzer Zeit ab und versagt dann als Stützap­parat der Wirbelsäule. Bei den meisten Patienten ermöglicht jedoch erst die Schmerztherapie die Bewegung.

Der konsequente Kampf gegen den Schmerz hat noch ein weiteres Ziel: Sich ständig wiederholende Schmerzsignale können die Nervenfasern dauerhaft verändern, zur Ausbildung eines Schmerz­gedächtnises und damit zur Chronifizierung des Schmerzes führen. Selbst leichte Reize lösen dann Schmerzen aus. Der Patient schränkt seine Bewegungen dann aus Angst vor heftigen Beschwerden automatisch ein. Es entsteht ein Teufelskreis aus Schmerz, Verspannung, Fehlhaltung und erneutem Schmerz, den es zu durchbrechen gilt.

Gemäß der Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fach­gesellschaften (AWMF) können Patienten mit leichten bis mäßigen akuten Rückenschmerzen Paracetamol in der Dosierung von maximal 3 Gramm pro Tag einnehmen. Eine Überdosierung kann zum akuten Leberversagen durch toxische Metabolite führen. Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Di­clofenac (50 bis 150 mg/Tag), Ibuprofen (1200 bis 2400 mg/Tag) oder Naproxen (500 bis 1250 mg/Tag) sind die Mittel der ersten Wahl bei chronischem Schmerzen oder wenn Paracetamol bei leichten bis mäßigen Schmerzen nicht ausreicht. Patienten mit einer Magenerkrankung sollten parallel dazu vorbeugend magenprotektive Medikamente wie Omeprazol (20mg/Tag) einnehmen. Für die Selbstmedikation gilt: NSAR nur kurzfristig anwenden und so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig dosieren.

Auf der nächsten Stufe der Schmerzskala stehen leitliniengemäß COX-2-Hemmer, die selektiv die Cyclooxigenase vom Typ 2 hemmen. Der Arzt kann sie kurzfristig einsetzen, muss jedoch das kardiovaskuläre Risiko berücksichtigen. So gelten koronare Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz und Schlaganfall als Kontraindikationen. Außerdem verursachen COX-2-Hemmer gastrointestinale Nebenwirkungen, allerdings selten. Bei sehr starken Schmerzen verordnet der Arzt Opioide.

Eher ungünstig

Die Arzneimittelkommission beurteilt die Injektion von Lokalanaesthetika oder Glucocorticoiden kritisch, da sie insbesondere in der Monotherapie eine Chronifizierung begünstigen sollen. Obwohl viele Ärzte ihren Patienten diese Substanzen lokal in die Muskulatur spritzen, erwies sich diese Darreichungsform im Vergleich mit Tabletten und Tropfen nicht als überlegen. Auch die alleinige Gabe von Muskelrelaxan­zien stufen die Experten der Kommission als ungünstig ein. Mit einem Schmerzmittel kombiniert helfen sie jedoch bei extremen Muskelverspannungen.

Sobald der Patient schmerzfrei ist, kann die Physiotherapie beginnen. Verschiedene Methoden wie Manuelle Therapie oder Feldenkrais haben das Ziel, die Muskeln und Gelenke um den schmerz­haften Nerven zunächst vorsichtig zu mobilisieren, um den Druck vom Nerven zu nehmen und anschließend das den Nerven umgebende Stützkorsett aus Muskeln zu stärken.

Was sonst noch hilft

Zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates hat sowohl die Kommission E, als auch die ESCOP die Wurzel der Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) und deren Extrakt positiv bewertet. Die enthaltenen Secoiridoide wie Harpagosid wirken schwach analgetisch und antiphlogistisch. In einer Studie verbesserte ein Phytopharmakon mit 50 bis 100 Milligramm Harpagosid die Beschwerden vergleichbar gut wie der COX-2-Hemmer Rofecoxib (12,5 mg/Tag).

Beim akuten Rückenschmerz hilft Teufelskralle jedoch wenig, da sich ihre Wirkung erst nach einigen Tagen bis zu zwei Wochen bemerkbar macht.

Viele Patienten behandeln ihre Schmerzen sehr effektiv mit Salben oder Wirkstoffpflastern, zum Beispiel mit Diclofenac- oder Ibuprofen-haltigen Topika. Manche Salben enthalten Derivate der Salicylsäure, durchblutungsfördernde Wirkstoffe wie Capsaicin aus dem Cayennepfeffer und ätherische Öle wie Rosmarinöl. Günstig wirkt sich auf jeden Fall auch eine gezielte Massage aus. Sie fördert nachweislich die Durchblutung und das Wohlbefinden des Patienten.

Wärmflasche oder Pflaster

Viele Patienten mit Rückenschmerzen empfinden Wärme als extrem wohltuend, weil sie die verspannte Muskulatur lockert. Ideal sind die »mobilen Wärmequellen« aus der Apotheke, da sie im Gegensatz zu Heizkissen und Wärm­flaschen die meisten Alltagsaktivitäten ermöglichen. Dazu gehören Schmerz- und Wärmepflaster, beispielsweise mit Capsaicin oder Nonivamid, auch Pseudocapsaicin genannt, die die Durchblutung anregen. Manche Patienten bevorzugen Wärme­packs aus der Apotheke, weil ein Wirkstoffpflaster ihre Haut zu stark reizt. Diese Wärme­pflaster werden wie ein Gürtel um den Lendenbereich, den Nacken oder die Schultern gelegt und geben über einen Zeitraum von 24 Stunden gleichmäßig Wärme ab. Abends ist dann vielleicht Zeit für ein Vollbad mit ätherischen Ölen, die zum einen die Muskulatur durchbluten und außerdem noch Körper und Geist entspannen, beispielsweise mit Rosmarin-, Lavendel-, Melisse-, Orangenblüten-, Basilikum und Blutorangenöl.

Schüßler-Salze

Für Patienten, die ihre plötzlich einschießenden Schmerzen mit Schüßler-Salzen behandeln möchten, hat sich die »Heiße Sieben»bewährt. Der Mineralstoff Magnesium phosphoricum, bei Schüßler als D6-Potenz eingesetzt, ist auch wegen seiner entspannenden Wirkung beliebt. Die Patienten müssen einmal täglich zehn Tabletten mit heißem Wasser übergießen und in kleinen Schlucken trinken. Weiterhin werden folgende Schüßler-Salze innerlich gegen Hexenschuss eingesetzt: Nummer 2 Calcium Phosphoricum, Nummer 3 Ferrum Phosphoricum, Nummer 5 Kalium phosphoricum, Nummer 13 Kalium arsenicosum, Nummer 15 Kalium jodatum und Nummer 16 Lithium chloratum.

Wann zum Arzt?

Wie bei allen starken Schmerzzuständen müssen PTA oder Apotheker generell auch bei heftigen Rückenschmerzen den Betroffenen zum Arztbesuch raten, damit dieser die genaue Ursache abklärt. Das gilt insbesondere dann, wenn

  • Lähmungen oder ein Taubheits­gefühl auftreten.
  • Blase und Darm nicht mehr­kontrolliert werden können.
  • die Schmerzen sich innerhalb von drei Tagen nicht bessern.

Auch die klassische Homöopathie empfiehlt verschiedene Komplex- und Einzelmittel gegen den Rückenschmerz, wie

  • Rhus toxicodendron bei Ischialgie, Hexenschuss; die Schmerzen bessern sich durch fortgesetzte Bewegung, »man läuft sich ein«, Wärme ver­bessert den Zustand, Kälte verschlechtert ihn
  • Colocynthis bei Ischialgien mit starken Schmerzen im Sitzen, die sich beim Gehen oder durch Wärme bessern
  • Gnaphalium bei Beschwerden, die sich im Sitzen bessern, Bewegung und feuchte Kälte verschlechtern die Symptomatik
  • Phytolacca bei einschießenden Schmerzen, die sich durch Ruhe bessern
  • Nux vomica bei Rückenschmerzen, Neuralgien, die sich abends und durch Wärme bessern
  • Zincum metallicum bei Rückenschmerzen in der Lendenregion

Von klein auf

Als ein Hauptaugenmerk während der bei Kindern vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen untersuchen Kinderärzte die Wirbelsäule der Kleinen. Diagnostizieren sie ein Hohlkreuz-, einen Rund- oder Flachrücken, lassen sich diese in jungen Jahren durch eine spezielle Rückenschulung korrigieren, indem die entsprechenden Muskel­partien gezielt gedehnt und gekräftigt werden.

Außerdem beeinflusst die Qualität der Matratze den Zustand des Rückens. Die nächtliche Entspannung hat für den gesamten Rücken eine derart wichtige Funktion, dass jeder in eine gute, nicht zu harte Matratze investieren sollte. Diese sollte neueren Forschungen zufolge in der Gesäß- und Schulterpartie nachgeben. Auf dem Rücken liegend muss die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule erhalten bleiben. In der Seitenlage sollten Schultern und Becken so weit einsinken, dass die Rückenwirbel eine gerade Linie bilden.

Zum rückenfreundlichen Umfeld gehören auch Schul- und Bürostühle sowie Autositze, die das dynamische Sitzen fördern und damit Muskulatur und Bandscheiben entsprechend be- und entlasten. Dies erhöht die Durchblutung der Muskulatur sowie die Nährstoffversorgung der Bandscheiben und beugt Verspannungen vor. Dynamisches Sitzen bedeutet, dass der Sitzende seine Position möglichst häufig wechselt. Für Langstrecken- und Berufskraftfahrer wurden sogar Sitze entwickelt, die sich durch die Aktivierung von Luftpolstern automatisch verändern. Wer viele Stunden auf einem eher einfachen Bürostuhl verbringt, sollte sich regelmäßig zurücklehnen, um seinen Rücken zu entspannen. Eine leicht nach vorn geneigte Sitzfläche zwingt zu einer aufrechteren Haltung am Arbeitsplatz.

Um die Ernährung der Bandscheiben zu sichern und sie durch eine starke Rücken- und Bauch­muskulatur zu entlasten, ist vor allem Bewegung wichtig. Optimal geeignet sind Rückenschwimmen, Kraulen, Reiten, Tanzen, Laufen, Wandern, Langlauf oder Radfahren, weniger geeignet Tennis, Squash, Badminton, Golf und Skifahren.

Den Rücken entlasten

Zum Allgemeinwissen sollte gehören, welche Bewegungen Gift für den Rücken sind und wie man diese vermeiden kann. Für zahlreiche Bewegungen wie heben oder tragen existieren rücken­freundliche Möglichkeiten, die man lernen kann. PTA und Apotheker können Patienten hier wertvolle Tipps geben, beispielsweise beim Anheben von Getränkekästen die Knie beugen und nicht den Rumpf, das schont die Bandscheiben. Lasten verteilt man am besten gleichmäßig auf beide Körperseiten. Auch wenn das eigene Körpergewicht zu hoch ist, leiden die Bandscheiben.

Gegen den heftigen Schmerz im Rücken haben sich außerdem Methoden zum Stressabbau bewährt, denn Stress verursacht Verspannungen. Während das autogene Training viel Übung erfordert, lässt sich die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson relativ leicht erlernen. Hierbei werden einzelne Muskeln zunächst angespannt und dann wieder bewusst gelockert. /

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