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Wahlen

Neue und bekannte Köpfe an der Spitze

14.12.2012  19:11 Uhr

Von Daniel Rücker / Die ABDA hat ab Januar 2013 eine neue Führungs­spitze. Der Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, Friedemann Schmidt, folgt Heinz-Günter Wolf im Amt des Präsidenten. Neue Vorstände gibt es auch bei der Bundes­apothekerkammer und dem Deutschen Apothekerverband.

Alle vier Jahre wählen die drei bundesweiten Berufsvertretungen der Apotheker einen neuen Geschäftsführenden Vorstand. Dabei ist das Procedere immer dasselbe. Zuerst – Mitte November – befindet die Bundesapothekerkammer (BAK) über einen neuen Präsidenten und vier weitere Vor­standsmitglieder. Wahlberechtigt sind die 17 Landesapothekerverbände in Deutschland. Die Zahl ihrer Stimmen hängt davon ab, wie viele Mitglieder eine Landesorganisation hat. Ende November wählt der Deutsche Apothekerverband (DAV). Der Ablauf ist dem bei der BAK sehr ähnlich. Nur dass beim Verband der oberste Chef Vorsitzender heißt.

Eine Woche nach der DAV-Wahl steht dann der Höhepunkt an. Die ABDA wählt einen neuen Präsidenten, seinen Vize und einen Vertreter der angestellten Apotheker. Die bilden dann zusammen mit dem BAK-Präsidenten und dem DAV-Vor­sitzenden den Personalvorstand. Das ist das oberste Gremium der ABDA. Die ABDA-Wahl fand in diesem Jahr am 6. Dezember statt.

Alleiniger Kandidat

Da der bisherige ABDA-Präsident, Heinz-Günter Wolf, nach acht Jahren im Amt nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stand, war schon vorher klar, dass es einen Personalwechsel auf der Po­sition des obersten Apothekers in Deutschland geben würde. Als alleiniger Kandidat hatte sich der bisherige ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt zur Wahl gestellt. Er gewann die Wahl, bei der die Vertreter der jeweils 17 Landes­apothekerkammern und -verbände abstimmen, mit fast 100 Prozent Zustimmung.

Knapper ging es bei der Wahl zum Vizepräsidenten der ABDA zu. Hier hatten sich zwei Kandidaten zur Wahl gestellt: Mathias Arnold, der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt, und sein Amtskollege Thomas Preis aus Nordrhein. Durchsetzen konnte sich Arnold. Rund zwei Drittel der Kammern und Verbände stimmten für ihn. Die angestellte Apothekerin Karin Graf komplettiert den Geschäftsführenden Vorstand der ABDA, der aus 13 Apothekerinnen und Apo­thekern besteht. Graf ist Vizepräsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg und hatte bereits in der vergangenen Wahlperiode dieses Amt inne. Dem Geschäftsführenden ABDA-Vorstand gehören neben Schmidt und Arnold auch die bereits in den Vorwochen gewählten jeweils fünfköpfigen Vorstände der Bundesapothekerkammer und des Deutschen Apothekerverbandes an.

Neue Gesichter gibt es auch bei BAK und DAV. Die Bundesapothekerkammer bekommt mit Andreas Kiefer einen neuen Präsidenten, er war im bisherigen BAK-Vorstand bereits Beisitzer. Vizepräsident wird Thomas Benkert. Der Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer ist neu in diesem Amt. Für beide Positionen hatten die jeweiligen Amtsinhaber – BAK-Präsidentin Erika­ Fink und ihr Vize Lutz Engelen – nicht mehr kandidiert. Kiefer und Benkert wurden bei der BAK-Wahl am 15. November mit nur wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen ins Amt gewählt. Den neuen Geschäftsführenden BAK-Vorstand komplettieren die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening,­ die Leiterin der Krankenhausapotheke des Städtischen Klinikums Dresden-Friedrichstadt, Christina Bendas, und der angestellte Apotheker und Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein, Wolfgang Pfeil.

Keine Veränderung

Beim DAV blieb an der Spitze alles beim Alten. Der Verband wird weiter von seinem bisherigen Vorsitzenden Fritz Becker geführt. Bei der Wahl am 27. November setzte er sich ganz klar durch. Stellvertretender Vorsitzender wurde Rainer Bienfait. Mit Claudia Berger, Stefan Fink und Dr. Hans-Peter Hubmann komplettieren drei weitere Apotheker als Beisitzer den Geschäftsführenden DAV-Vorstand. Die drei wurden jeweils mit großer Mehrheit oder einstimmig in das Gremium gewählt. Berger ist Vorsitzende des Saarländischen Apothekervereins, Hubmann­ steht an der Spitze des Bayerischen Apothekerverbandes und Fink ist Chef des Thüringer Apothekerverbandes.

Der Amtswechsel in den drei Apothekerorganisationen vollzieht sich zum 1. Januar 2013. Auf die neuen Vorstände wartet eine ganze Menge Arbeit. Auch im kommenden Jahr wird es um die Honorierung der Apotheken gehen. Hier gibt es Nachholbedarf, etwa bei Rezepturen. Die pauschale Vergütung des Notdienstes ist zwar versprochen, aber noch nicht umgesetzt. Außerdem laufen im Jahr 2013 mit dem ABDA-KBV-Modell und einer Studie zur Betreuung von chronisch herzkranken Patienten in Apotheken zwei Projekte an, bei denen es darum geht, die Apotheken und ihre Mitarbeiter als Teil des Therapeutischen Teams zu etablieren. Die neuen Vorstände werden gut zu tun haben. /

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