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Was ich noch erzählen wollte ...

Zeit für Glamour

14.12.2012  15:52 Uhr

Von Annette Behr / Wenn im November die Tage immer kürzer werden, machen sich in den Einkaufsstraßen der Städte plötzlich viele fleißige Hände ans Werk: Lichterketten mit fantasievollen Motiven werden über die Straßen gespannt. Überall funkelt und glitzert es. Doch auch in den Wohngebieten vertreiben die Menschen die Dunkelheit. Ganze Lichtinstallationen schmücken Fenster, Balkone und Vorgärten.

»Früher war mehr Lametta«, heißt es in einem legendären Sketch von Loriot. Wann immer jemand in meiner Familie seinen Unmut über irgendetwas – besonders zur Weihnachtszeit – ausdrücken möchte, müssen die glitzernden Metallfädchen in Gold und Silber herhalten. Dabei scheinen sie aktuell irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Nur noch ganz vereinzelt schmücken sie einen Weihnachtsbaum. Dafür glitzert und leuchtet es ansonsten an allen Ecken.

Knallig blinkende Lichtschläuche in Neonfarben und riesige Elchköpfe liegen dieses Jahr im Trend. Mich erinnert so manches Exemplar eher an die Geister­bahnen meiner Kindheit. Im Sony Center am Potsdamer Platz erstrahlt in dieser Vor­weihnachtszeit ein funkelnder Sternen­himmel mit Lichtinstallationen in glitzerndem Saphirblau und brillantem Gold. Erstmalig ist auch das spektakuläre Dach mit Glanzlichtern geschmückt. Der Platz, die Boulevards und Schaufenster sind künstlerisch mit feinen Lichterketten, beleuchteten Sternen und Weihnachts­männern dekoriert. Eine schöne Atmosphäre, die zur Besinnlichkeit anregt und eher beruhigt als stresst.

Für meinen Geschmack übertreiben es manche Nachbarn mit der Lichterflut und tun des Guten zu viel. Mir gefällt der Adventskranz mit Tannenzweigen und den traditionell roten Kerzen. Bei mir glitzern und funkeln nur ganz wenige Stellen silbern, vor allem wenn die Kerzen brennen. Mit dem flackern­den Kerzenlicht kann doch sowieso kein Kunstlicht konkurrieren.

Ich freute mich schon ganz entspannt auf die Festtage mit gutem Essen, schöner Musik und Zeit für neue Bücher. Beim Durchblättern einer Frauen­zeitschrift beim Zahnarzt wollte mich die Redakteurin aus meiner wohligen Ruhe aufrütteln. In einem Artikel über angemessene Weihnachtsgarderobe las ich: »Paillettentop, Cocktail­dress oder Jerseykleid? Bald weihnachtet es sehr – fehlt nur noch das richtige Kleid! Entdecken Sie unsere Highlights für die Feste des Jahres.«

Engels-Look gefragt

»Wieso muss sich Frau zu Weihnachten eigentlich rausputzen?«, fragte ich mich und am Abend meine Freundin Anna. »Es reicht doch wohl, wenn der Baum ordentlich geschmückt ist«, antwortete diese völlig gelassen. Wie jedes Jahr wird sie die Festtage auf einer Alm in den Bergen Österreichs verbringen, fernab vom hektischen Weihnachtstrubel. Ich kann gut nachvollziehen, wenn Menschen die kalte Jahreszeit zum Nachdenken nutzen und einmal zur Ruhe kommen möchten. Im Sommer, mit den vielen Aktivitäten draußen, nehmen sich ja die wenigsten dafür Zeit. Dazu ist der kalte Winter geradezu prädestiniert. Schon jetzt stelle ich mir vor, dass Anna auf der Almhütte einen warmen kuscheligen Pullover einer seidigen festlichen Bluse vorzieht.

Na ja, in eine solche Askese möchte ich nicht verfallen. Wie stand es in der Frauenzeitschrift? »Winterzeit ist Festtagszeit mit Bällen, Weih­nachts- und Silvesterfeiern. Das ist die Zeit, in der sich Frau schöne Kleider zurechtlegt und hübsch herausputzt, denn sie möchte strahlen, möglichst gut und elegant aussehen. Feierlich darf es sein und ruhig auch glamourös.«

Die vorgestellten Farben des neuen Make-Ups finde ich äußerst dekorativ und gleichzeitig wunderbar natürlich. »Natural Glamour« heißt die neue Limited Edition eines international renommierten Make-up Artisten, deren Farben Ruhe, Harmonie und Eleganz ausstrahlen sollen. Welche Frau wollte das nicht!? Der strahlende Look soll sehr raffiniert, aber auch natürlich aussehen. »Wertvolle und pflegende Heilpflanzen, ätherische Öle und Pflanzenwachse unterstützen dabei das gesunde Aussehen«, so die Werbeaussagen. Auch über die Schlüsselfarben der Saison bin ich informiert: Demnach sind in der Eyeshadowpalette »Erdbraun und Platin« die Zutaten für ein schickes und natürliches Aussehen, ergänzt durch die konventionellen Trendfarben Gold, Metallic, Braun, Grau und Blau. Selbstverständlich mit viel Glitzer. Ein »Must-have« sind die passenden Fingernägel, deren Farb-Nuancen kaum auszusprechen sind: Enigmatic Poetry, Sacred Silver und Nude Embrace. Ich hasse Nagellack, auch weil er schrecklich stinkt! Doch inzwischen bieten manche Hersteller von Biokosmetik auch sogenannte Bio-Lacke an. Diese riechen kaum, sind aber wohl nicht besonders haltbar. Über dieses existenzielle Kosmetik-Wissen tauscht sich meine Tochter mit ihren Freundinnen via Blog aus.

Entspannte Geschenke

Ich vertraue da eher dem Fachwissen »meiner« PTA. Sie kennt sich auch gut mit Biokosmetik und natürlichen Ölen aus, denn sie hat eine Ausbildung als Aromatherapeutin absolviert. Beim Kauf eines Badesalzes schenkte sie mir eine Probe »Salz auf meiner Haut«. Ein glanzvolles Vergnügen für Haut und Seele, denn das Produkt enthält neben Meersalz, ätherische Ölen von Jasmin, Orange und Tonka, 26 Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Aloe Vera und Jojoba-Öl.

Das »Probesalz« habe ich gleich getestet und sofort stand fest: Die Originalpackung schenke ich mir und meinen Liebsten zu Weihnachten. Etwas Weihrauch, ein Teesortiment und eine kuschelige Wärmflasche fand ich auch in meiner gut sortierten Apotheke. Der dekorativen Biokosmetik konnte ich nur teilweise widerstehen. Ein bisschen natürlicher Glamour darf schon sein – und das nicht nur zur Weihnachtszeit. /

E-Mail-Adresse der Verfasserin

blaubehr(at)gmx.net