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Apotheken

Erfreuliche Perspektiven

16.12.2013  16:39 Uhr

Von Daniel Rücker / Das Jahr 2013 verlief für viele Apotheken ordentlich. Erstmals seit Jahren erhielten die Apotheken wieder mehr Geld für ihre Arbeit. Setzt sich der positive Trend im kommenden Jahr fort?

Geld ist nicht alles. Eine gesunde wirtschaftliche Basis ist aber für alle Apotheken, deren Leiter und Mitarbeiter notwendige Voraussetzung dafür, gute Arbeit leisten zu können. Das ablaufende Jahr 2013 war unter diesen Vorgaben ein gutes: Eine höhere Pauschale für die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel, die Festsetzung des Apothekenrabattes an die Krankenkassen und gute Einkaufskonditionen beim Großhandel haben den Gewinn der Apotheken nach Angaben der Steuerberatungsgesellschaft Hannover um rund 20 000 Euro steigen lassen. Das ist gut, bringt die Apotheken aber nur auf den Stand von 2004 zurück, mehr nicht.

Diese Entwicklung kommt auch PTA und angestellten Apothekern zugute. Im Juli dieses Jahres vereinbarten die Apothekengewerkschaft Adexa und der Arbeitgeberverband deutscher Apothekenleiter für die Angestellten eine Tarifsteigerung um 4,3 bis 4,5 Prozent. Diese findet zwar in zwei Schritten statt, insgesamt ergibt diese Erhöhung aber auch für PTA ein deutliches Plus für die Jahre 2013 und 2014. Ab dem 1. Juli 2014 verdient eine PTA im 15. Berufsjahr ein Tarifgehalt von 2504 Euro. Zudem ist die Beschäftigungslage in diesem wie im kommenden Jahr für PTA und angestellte Apotheker so, dass in vielen Regionen Apotheker wohl mehr Gehalt bezahlen, als die Tarifvereinbarung vorsieht.

Vieles bleibt

Für das Jahr 2014 sind die Perspektiven erfreulich. Für die Apotheken stehen keine großen Veränderungen an. In den Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD ging es nur am Rande um die Apotheken. Von der Politik geforderte Änderungen könnte es beim Notdienst geben. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, die Notdienste von Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern besser zu verzahnen. Was dies in der Zukunft genau bedeutet, bleibt vorerst offen. Die Rabattverträge als ärgerliche Konstante der vergangenen Jahre werden allerdings weiterhin PTA, Apotheker und Patienten nerven.

Tiefergreifende Veränderungen wird es allerdings in Thüringen und Sachsen geben. Dort startet im ersten Halbjahr 2014 das ABDA-KBV-Modell, das in der Testregion seit kurzem »Armin« (Arzneimittelinitiative) Sachsen-Thüringen heißt. Nach anderthalbjähriger Vorarbeit haben sich die Apotheker- und Ärzte­kammern der beiden Bundesländer gemeinsam mit der AOK plus darauf verständigt, das gemeinsame Versorgungsmodell von Ärzten und Apothekern zu testen. Bestimmte Aufgaben wie das Medikationsmanagement sind zwar »apothekerpflichtig«, dennoch dürfte der bis zum Jahr 2017 geplante Test auch die Arbeit der PTA verändern.

Eine Unwägbarkeit, die sich ganz erheblich auf die Arbeit in den Apotheken auswirken kann, ist die finanzielle Lage der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2014. Derzeit sitzen die Krankenkassen zwar auf gewaltigen Überschüssen von fast 30 Milliarden Euro. Das hört sich extrem viel an, ist aber nicht viel mehr als eine durchschnitt­liche Monatsausgabe der Kranken­kassen. Gesundheitsökonomen gehen deshalb davon aus, dass dieses Polster in den nächsten Jahren schnell schrumpfen könnte, weil die Kassen wieder deutlich mehr Geld für Ärzte­honorare, die Krankenhausversorgung und auch für neue Arzneimittel aus­geben müssen.

Sollten die Kassen ins Minus rutschen, drohen Spargesetze. Hier setzten in den vergangenen Jahrzehnten die Bundesregierungen trotz unterschiedlicher Zusammensetzung immer auf dasselbe Pferd. Kein Spargesetz geht am Arzneimittelmarkt vorbei, das ist sicher. Deshalb wären die Apotheken und deren Mitarbeiter ebenfalls betroffen. Es bleibt der Trost, dass die Krankenkassen schon seit Jahren ihren finanziellen Ruin ankündigen, gleichzeitig aber immer reicher werden.

Die Hoffnung, dass sich dies 2014 fortsetzt, ist durchaus angebracht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass 2014 ein eher erfreuliches Jahr für PTA und Apotheker wird. Nach fast zehn schlechten Jahren seit 2004 ist dies auch dringend nötig. /

E-Mail-adresse des Verfassers
d.ruecker(at)govi.de

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