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Zahnschmerzen

Hausmittel sind einen Versuch wert

Weitere mögliche Ursachen für Zahnschmerzen sind Granulome. Ausgehend von chronischen Reizungen oder Entzündungen im Bereich der Zähne oder des Zahnfleischs bilden sich umkapselte Knötchen aus Entzündungszellen. Bevorzugt entstehen Granulome an der Wurzelspitze infolge einer Pulpitis. Die meisten Granulome verursachen Schmerzen, das Gewebe ist druckempfindlich, und es kommt zu Zahnfleischbluten.

 

Sitzen Zahnkronen falsch und drücken, können sie ebenfalls Granulome hervorrufen. Häufig bilden sie sich auch im Bereich entzündeter Zahn­fleisch­taschen. Gesundes Zahnfleisch umschließt den Zahn fest und ohne Zwischenräume. Bei Parodontose, einer schleichenden bakteriellen Entzündung des Zahnhalteapparats, zieht sich das Zahnfleisch zurück. Es entstehen Zahnfleischtaschen von mehreren Milli­metern Tiefe.

Vorbeugen ist besser als Bohren

Sorgfältiges Zähneputzen ist aufwendig, und vor allem Kinder haben oft keine Lust dazu. Aber die Mühe lohnt sich, denn sowohl Karies als auch Zahnfleischentzündungen lassen sich so wirkungsvoll vorbeugen. Hier die wichtigsten Zahnputz-Tipps auf einen Blick:

  • Mindestens zweimal täglich Zähne putzen.
  • Kurzkopfzahnbürsten verwenden, meist ist eine mittlere Borsten­stärke am besten geeignet.
  • Putzen mit System: Die Zahnbürste in Höhe des Zahnfleischrands leicht schräg auf den Zahn aufsetzen, dann mit kreisenden oder rüttelnden Bewegungen putzen und die Bürste nach oben ausstreichen. Mit dieser Technik Schritt für Schritt die Außen- und Innenflächen reinigen und anschließend die Kauflächen säubern.
  • Die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalzahnbürsten reinigen, am besten einmal täglich abends.
  • Zahnbürste alle sechs bis acht Wochen wechseln.
  • Fluorid-haltige Zahnpasta stärkt den Zahnschmelz.
  • Zweimal im Jahr zur Vorsorge zum Zahnarzt gehen, wobei eventuell auch eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden sollte.
  • Rauchen fördert Parodontose. Auch deshalb lohnt sich der Rauchstopp.

Entzündete Zahnfleischtaschen sind – auch ohne Granulom – meist sehr schmerzhaft. Werden sie nicht frühzeitig erkannt und durch den Zahnarzt ausgeräumt, können sich darin sehr harte Ablagerungen (Konkremente) bilden, die nur schwer zu entfernen sind.

 

Nerven liegen blank

Durch den Rückzug des Zahnfleischs liegen die Zahnhälse und damit nervenführende Dentinkanalchen frei, was ebenfalls zu Schmerzen führt. Die Zähne reagieren dann überempfindlich auf süß oder sauer, kalt oder heiß mit einem stechenden Schmerz.

 

Auch Aphthen – kleine eitrige Defekte der Mundschleimhaut – sind sehr schmerzhaft. Wie ausgestanzt sehen diese winzigen runden Defekte aus, die in der Regel einen Durchmesser von 1 bis 5 Millimeter haben. Besonders bei Berührung beziehungsweise Kontakt mit Nahrungspartikeln machen sich Aphthen mit einem beißenden Schmerz bemerkbar. Bisher ist nicht bekannt, warum Aphthen entstehen. Eine Schwächung des Immunsystems könnte eine Rolle spielen, und manchmal sind wiederholt auftretende Aphthen das erste Anzeichen einer Allgemeinerkrankung. Mit Herpes – wie oft fälschlich angenommen – haben Aphten aber nichts zu tun.

 

Den Klassiker wählen

Bei den meisten Zahnschmerzen sind Entzündungen mit im Spiel. Deshalb eignen sich zur Therapie am besten Arzneimittel, die nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Entzündungen hemmen. Der Klassiker unter den synthetischen Schmerzmitteln, die bei Zahnschmerzen zum Einsatz kommen, ist Ibuprofen. Auch Zahnärzte verschreiben bei Zahnschmerzen in der Regel den Wirkstoff Ibuprofen, der in begrenzter Menge rezeptfrei erhältlich ist. Die zu den nicht-steroidalen Anti­rheumatika (NSAR) zählende Substanz wirkt bei Zahnschmerzen gut anal­getisch und hat zugleich einen anti­phlogistischen Effekt. Innerhalb der Stoffklasse der NSAR ist Ibuprofen zudem vergleichsweise gut verträglich.

 

Gewürznelke und Rosmarin

Doch manche Patienten möchten zunächst einmal ein bewährtes Hausmittel ausprobieren. Die Gewürznelke ist seit Jahrhunderten als Mittel gegen Zahnschmerzen bekannt. Beim Zerbeißen der Gewürznelke am besten in der Nähe des schmerzenden Zahns wird der Inhaltsstoff Eugenol freigesetzt, der betäubend, antientzündlich und antibakteriell wirksam ist. Wer Eugenol in höherer Konzentration einsetzen möchte, sollte Nelkenöl anwenden und mit dem Finger oder einem Wattestäbchen auf die schmerzende Stelle aufbringen. Allerdings sollte die Dosis nicht zu hoch sein, weil zuviel Eugenol den Zahnnerv schädigen kann.

Auch Rosmarin-Blätter enthalten analgetisch wirksame ätherische Öle mit einer antibakteriellen Komponente. Getrocknete Rosmarinblätter zu zerkauen, gilt ebenfalls als altbekanntes Hausmittel gegen Zahnschmerzen.

 

Salbei und Kamille

Zur Schmerzlinderung eignen sich außerdem Mundspülungen mit schwarzem oder grünem Tee. Bei Zahn­fleisch­entzündungen sind Mundspülungen mit Salbeitee empfehlenswert. Eine Wirksteigerung lässt sich eventuell durch Auftupfen von hochkonzentriertem Salbeisud direkt auf die Entzündung erzielen. Alternativ eignet sich auch Kamille. Der Patient kann den Mund damit spülen oder die Kamille in einem feuchten Mullpäckchen auf die schmerzende Stelle aufbringen. Neben Arnika und Myrrhe ist Kamille auch in NeyParadent® enthalten. Das sind liposome Mundtropfen, die sich vor allem bei Zahnfleischentzündungen bewährt haben.

 

Spülungen mit hochkonzentrierter lauwarmer Kochsalzlösung, die einige Minuten im Mund belassen werden soll, lindern ebenfalls Entzündungen im Mundraum. Spülungen mit hochkonzentriertem Alkohol dagegen wirken betäubend und töten Bakterien ab. Auch sehr heiße Fußbäder können wegen ihrer ableitenden Wirkung bei Zahnschmerzen helfen.

 

Homöopathen empfehlen zwei Präparate: das homöopathische Komplexpräparat Odonton-Echtroplex® bei entzündlichen Prozessen im Bereich der Zähne und Nasennebenhöhlen in der Dosierung von dreimal täglich 40 Tropfen. Bei Zahnoperationen empfehlen sie die Einnahme von Odonton einige Tage davor und einige Tage danach, wobei der Tag des Eingriffs ausgespart werden soll. Bei Aphthen, die sonst schwer zu behandeln sind, raten Homöopathen zu Borax-Globuli in nied­riger Potenz. /