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Coffein gegen Alzheimer

15.12.2014
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Von Elke Wolf / Coffein und verwandte Substanzen wirken sich positiv auf die Tau-­Ablagerungen bei Alzheimer-Demenz aus.

Professor Dr. Christa E. Müller von der Universität Bonn hat mit ihrer Arbeitsgruppe eine mehr als tausend Mal wirksamere Coffein-ähnliche Verbindung namens MSX-3 entwickelt, die gleichzeitig selektiver und damit nebenwirkungsärmer ist. Gemeinsam mit dem Kollegen Dr. David Blum von der Universität Lille will das deutsche Wissenschaftsteam nun herausfinden, ob der Wirkstoff auch gegen die Eiweiß-Plaques aus Amyloid-Beta wirkt. Das Forschungsvorhaben wird von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative und ihrer französischen Partnerorganisation finanziell unterstützt.

Tau-Ablagerungen zählen zusammen mit Beta-Amyloid-Plaques zu den charakteristischen Merkmalen der Alzheimer-Krankheit. Die beiden Eiweißab­lagerungen stören die Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn und tragen dadurch zu deren Degeneration bei. Bislang gibt es trotz inten­siver Forschung keinen Wirkstoff, der dies verhindern kann. Durch die aktuellen Forschungsergebnisse könnte nun eine neue Klasse von Medikamenten, die sogenannten A2A-Adenosinrezeptor-Antagonisten, entwickelt werden.

Coffein blockiert im Gehirn als Adenosin-Rezeptor-Antagonist verschiedene Rezeptoren, die von Adenosin aktiviert werden. Erste Ergebnisse des Forscherteams hatten bereits darauf hingedeutet, dass besonders die Blockade des Adenosinrezeptor-Subtyps A2A eine wichtige Rolle spielen könnte. Die Forscher behandelten über mehrere Wochen genetisch veränderte Mäuse mit MSX-3, einem A2A-Antagonisten. Daraufhin veränderte sich das Tau-Protein der Mäuse, das ohne Therapie zu einer frühen Ausbildung von Alzheimer-Symptomen führt. Im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhielt, erzielten die behandelten Tiere in Gedächtnistests deutlich bessere Ergebnisse. /

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e. V.