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Hautkeim verstärkt Neurodermitis

15.12.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Auf der Haut vieler Neurodermitis-Patienten leben fast 200-mal mehr Staphylococcus aureus-Bakterien als bei gesunden Menschen. Diese Keime können das Immunsystem massiv stören und so die Krankheit verschlechtern. Das zeigten jetzt Wissenschaftler der Technischen Universität München und der Universität Tübingen.

Die Haut erfüllt eine wichtige Barrierefunktion gegen krankmachende Keime und ist mit einem speziellen Alarmsystem ausgestattet – mit Toll-like-­Rezeptoren. Diese Rezeptoren erkennen Oberflächenproteine von Bakterien und aktivieren daraufhin das Immunsystem.

In ihren Experimenten entdeckte das Team von Professor Dr. Tilo Biedermann nun einen Signalweg, über den die Oberflächenproteine von Staphylococcus aureus (S. aureus) die Bildung bestimmter Immunzellen auslösen, die sogenannten Myeloid-Derived Suppressor Cells (MDSCs). Die MDSCs haben die Aufgabe, Immunantworten und Entzündungen zu drosseln oder zu beenden. Im Tiermodell führten Bakterienproteine von S. aureus auf der Haut zu einer übermäßigen Bildung von MDSCs. Die Folge: Auch hilfreiche Immunantworten wurden unterdrückt. Nun untersuchten die Wissenschaftler 33 Patienten mit Neurodermitis. »Die klinische Beobachtung bestätigt unsere Ergebnisse. Die MDSCs scheinen gerade bei Neurodermitis-Patienten in großen Mengen vorhanden zu sein und so die Immunantworten der Haut zu unterdrücken – mit nega­tiven Folgen für den Krankheitsverlauf«, erklärt Biedermann. Daher sei es sehr wichtig, in die frühzeitige und konsequente Behandlung der Patienten auch die Bakterien mit einzuschließen. /

Quelle: Technische Universität München