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Syphilis auf dem Vormarsch

15.12.2014
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Von Annette Immel-Sehr / In Deutschland infizieren sich immer mehr Menschen mit Syphilis. So wurden dem Robert Koch-Institut 2009 noch rund 3000 Fälle gemeldet, im Jahr 2013 jedoch bereits mehr als 5000.

Angesichts der steigenden Zahlen rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) zu erhöhter Aufmerksamkeit für diese Erkrankung. Syphilis ist im Frühstadium schwer zu erkennen und kann tödlich enden. Bei frühzeitigem Therapiebeginn lässt sie sich jedoch wirksam behandeln.

In den meisten Fällen wird Syphilis bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Nach neun bis neunzig Tagen bildet sich an der Eintrittsstelle des Erregers ein schmerzloses Geschwür, der sogenannte harte Schanker. Dieser heilt innerhalb von zwei Wochen von selbst ab. »Der Primäraffekt der Syphilis bleibt häufig unbemerkt«, sagt Professor Dr. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM. Etwa sieben bis acht Wochen später haben sich die Erreger im Körper ausgebreitet und verursachen auf der Haut einen Ausschlag, häufig an Rumpf, Handflächen und Fußsohlen. In diesem Stadium kann Syphilis von selbst ausheilen. Ist die körpereigene Abwehr jedoch geschwächt, schreitet die Erkrankung fort.

Nach Jahren bis Jahrzehnten erscheinen auf der Haut dann Flecken oder Knoten, später Geschwüre. Erst die Analyse einer Hautprobe bringt häufig die richtige Diagnose. Das Problem: Syphilis im Spätstadium schädigt die Blutgefäße schwer sowie außerdem Herzklappen und Gehirn. »Ein durch die Infektion ausgelöstes Aneurysma kann jederzeit platzen und einen plötzlichen Tod herbeiführen«, so Fölsch. Doch selbst im Spätstadium beseitigt eine zweiwöchige Behandlung mit Penicillin die Bakterien, im Frühstadium reicht eine einmalige intramuskuläre Injek­tion. »Einmal aufgetretene Schäden an den Blutgefäßen oder im Nervensystem bleiben aber bestehen«, informiert Fölsch.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin