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Erfolg bei Tarifverhandlungen

11.01.2016  11:22 Uhr

Von Sigrid Joachimsthaler / Nach erheb­licher Verzögerung durch die Arbeit­geberseite konnte am 16. Dezember endlich ein neuer Gehaltstarifvertrag zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) und der Apothekengewerkschaft Adexa abgeschlossen werden. Er tritt am 1. Januar 2016 in Kraft und hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Der Tarifvertrag gilt für das gesamt Bundesgebiet mit Ausnahme der Kammerbezirke Nordrhein und Sachsen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken erhalten ab 1. Januar, je nach Berufsgruppe und Berufsjahresgruppe, zwischen 1,8 Prozent und 2,5 Prozent mehr Gehalt. Auch die tariflichen Vergütungen für Auszubildende steigen: Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) bekommen künftig ab Beginn des Praktischen Jahrs (PJ) monatlich 880 Euro. Das sind auf das gesamte PJ gerechnet 780 Euro mehr als bisher. Damit entfällt künftig auch die Streitfrage, ob PhiP, die die erste Hälfte des PJ außerhalb der öffent­lichen Apotheke absolvieren, also beispielsweise in einer Krankenhausapotheke oder in der Industrie, im zweiten Halbjahr in der Offizin Anspruch auf die Vergütung für die zweiten sechs Monate haben.

Für PTA-Praktikanten beträgt die monatliche Ausbildungsvergütung künftig 670 Euro (plus 37 Euro), ein Anstieg von 5,85 Prozent.

PKA-Auszubildende erhalten ab Januar im ersten Ausbildungsjahr ebenfalls 670 Euro pro Monat (plus 37 Euro), im zweiten Jahr 720 Euro (plus 36 Euro) und im dritten Jahr 770 Euro (plus 46 Euro).

Außerdem haben die Tarifparteien vereinbart, bei der nächsten Tarifrunde über eine erhöhte Vergütung für die­jenigen Angestellten zu verhandeln, die das freiwillige Fortbildungszertifikat besitzen beziehungsweise die über eine fachliche Zusatzqualifikation oder Weiterbildung verfügen.

»Die Adexa-Tarifkommission kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch vor Weihnachten eine Gehaltserhöhung für das kommende Jahr ankündigen«, kommentiert Tanja Kratt, Zweite Vorsitzende der Apothekengewerkschaft, den Tarifabschluss. »Schließlich ist die von den Apothekeninhabern viel beschworene Planungssicherheit auch für Arbeitnehmer wichtig. Die Höhe der Steigerung ist ein Kompromiss: Einerseits war es dringend notwendig, die Leistung der Angestellten besser zu honorieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Andererseits berücksichtigt sie auch die mangelhafte Bereitschaft der Politik, die Apotheken finanziell besserzustellen.« /

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