PTA-Forum online

Neue Strategie gegen Grippeviren

11.01.2016  11:22 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Grippe wird durch Infektionen mit Influenzaviren hervorgerufen, die sich in den Atemwegen stark vermehren. So können aus einer einzigen in­fizierten Wirtszelle bis zu 20 000 neue In­fluenzaviren entstehen.

Nun haben Forscher an den Wirtszellen Moleküle identifiziert, die für die Vermehrung des Grippevirus eine wichtige Rolle spielen. Werden diese Wirtsproteine blockiert, können sich Influ­enzaviren weniger gut entwickeln. Diese Erkenntnisse, an denen unter anderem Wissenschaftler der Uni­versität Zürich mitwirkten, können ein Ansatz zur Entwicklung neuer Therapien und Grippemedikamente sein.

Die Forscher kamen 20 bisher unerkannten Wirts­proteinen auf die Spur, nachdem sie Unmengen von Datensätzen in voneinander unabhängigen Veröffentlichungen ausgewertet hatten. »Diese unveränderbaren Wirtsproteine sind für die Replikation der Viren unerlässlich. Wir können sie nun nutzen, um die Weiterverbreitung zu stoppen«, erklärt Professor Dr. Silke Stertz vom Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich. Eines dieser Wirtsproteine erhielt den Namen »UBR4«. Die Forscher zeigten, dass die Blockade von UBR4 die Produktion neuer Viruspartikel in infizierten Zellen hemmt. Bei Versuchen mit Mäusen ließ sich dadurch der Krankheitsverlauf abkürzen. /

Quelle: Universität Zürich