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Hirnstimulation bei Depres­sion und Muskelschmerzen

04.01.2017  11:17 Uhr

Die transkranielle Gleichstromstimulation gilt als mögliche ­Therapie für verschiedene neuro-psychiatrische Erkrankungen. Um die Methode besser beurteilen zu können, analysierte ein ­Expertenteam mehrere 100 Studien, in denen die Gleichstrom­stimulation zum Einsatz kam.

Als wirksam erwies sich die Methode­ bei Fibromyalgie sowie bei Depression, wenn die Patienten gleich­zeitig Psychopharmaka einnahmen. Im Unterschied zur tiefen Hirnstimulation, bei der Chirurgen die Elektroden dauerhaft ins Gehirn der Patienten einsetzen, ist die Gleichstromstimulation nicht invasiv: Die Elektroden haften nur während der Anwendung auf der Kopfhaut. Sie leiten schwachen elektrischen Strom durch den Schädelknochen in bestimmte Hirnregionen und stimulieren oder hemmen dadurch die Aktivität der Nervenzellen.

»Bei den meisten Erkrankungen reicht die Studienlage derzeit nicht aus, um eine Therapieempfehlung auszusprechen«, fasst Professor Dr. Walter Paulus von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) das Studienergebnis zusammen. Manche Gesunde erhoffen sich von der Gleichstrom­stimulation eine Leistungssteigerung des Gehirns – sogenanntes Neuro-Enhancement. Paulus warnt: »Bei gesunden Menschen funktioniert das Gehirn bereits optimal, sodass die Ströme sogar eine Verschlechterung bewirken können.« (ais)