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Zyto-Skandal

NRW-SPD fordert mehr Transparenz

09.01.2018
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Von Stephanie Schersch / Aus Sicht der nordrhein-westfälischen SPD greifen die Konsequenzen aus dem sogenannten Zyto-Skandal bislang zu kurz. Sie fordert kaufmännische Prüfungen in Apotheken und engmaschige Kontrollen sogenannter Rückläufer. Nun soll sich der Düsseldorfer Landtag mit dem Thema befassen.

Die SPD-Landtagsfraktion hat einen entsprechenden Antrag zur Beratung im Parlament vorgelegt. Hintergrund sind die Vorfälle in Bottrop, wo ein Apotheker über Jahre bei der Herstellung onkologischer Rezepturen gepanscht und Zytostatika mit zu geringem Wirkstoffgehalt abgegeben haben soll. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte daraufhin im vergangenen August die Kontrollen der onkologischen Schwerpunkt-Apotheken verschärft. Seitdem müssen zudem nicht verbrauchte Onkologika, die sogenannten Rückläufer, in der her­stellenden Apotheke für eventuelle Stichproben aufbewahrt werden.

Nach Meinung der SPD ist das völlig unzureichend. »Vorfälle wie der Apothekenskandal in Bottrop müssen für alle Zeit verhindert werden«, heißt es darin. Voraussetzung dafür sei vor allem­ mehr Transparenz. »Daher müssen Untersuchungen und Über­prüf­ungen aller staatlichen Kontroll­­instan­zen lückenlos, regelmäßig und in enger Zusammenarbeit erfolgen.« Auch das dafür erforderliche Personal müsse »in ausreichender Form dauerhaft sichergestellt werden«.

Das System der Zulassung onkologischer Apotheken und die Kontrolle durch Amtsapotheker reichten offenbar nicht aus, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten, heißt es weiter. In Zukunft müsse es daher zusätzlich eine kaufmännische Prüfung geben, »bei der nachvollziehbar wird, dass Einkauf und Abgabe von Wirkstoffen zusammenpassen«. Als Beleg könnte demnach ein entsprechendes Testat eines Wirtschaftsprüfers dienen.

Die Fraktion wünscht sich zudem einen anderen Umgang mit Rück­läufern. Diese sollten eben nicht an die Apotheke zurückgehen, die sie hergestellt hat, sondern an eine Stelle der zuständigen Landesapothekerkammer.­ Diese soll die Präparate dann an das »Labor der Bundesapothekerkammer« zur Untersuchung weiterleiten, also an das Zentral­laboratorium Deutscher Apotheker in Eschborn. Darüber hinaus fordert die SPD Unterstützung für die betroffenen Patienten, die massiv ver­unsichert seien. »Es gibt für sie keine­ Gewissheit, ob ihre Medikamente richtig oder falsch dosiert waren«, heißt es. Die Landesregierung müsse daher mit den Krankenkassen eine Verein­barung schließen, um eine Anlaufstelle für die psychoonkologische und psychosoziale Betreuung der Betroffenen einzurichten. /