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Arzneipflanzenporträt

Passionsblume

09.01.2018
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Passiflora incarnata
Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
Weiterer Name: Fleischfarbige Passionsblume

Merkmale

Kletternde Staude, die mehrere Meter Höhe erreichen kann, mit tief dreiteilig gelappten Blättern; weiß-violette Blüten mit charakteristischem Aufbau: im Inneren der Blumen­kron­blätter purpurroter Kranz aus Neben­blättern, 3 große Blüten­narben, 5 Staubbeutel; Blütezeit ist von Mai bis September; ovale gelbliche 4 bis 10 cm große Früchte.

Heimat

Nord-, Mittel- und Südamerika

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete, zerkleinerte oder geschnittene oberirdische Pflanzenteile (Passiflorae herba)
  • zudem im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Passionsblumen­kraut-Trockenextrakt (Passiflorae herba extractum siccum)
  • Droge aus Kulturen in den USA und Indien

Inhaltsstoffe

Flavonoide

Anerkannte medizinische Anwendung

Nervöse Unruhezustände

Empfohlene Dosierung

Teeaufguss: 2- bis 4-mal täglich eine Tasse warmen Passions­blumen­krauttee als Einschlafhilfe eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Einzeldosis: 2 g Droge

Fertigarzneimittel: Beim Einsatz in Kombinationspräparaten ist auf eine ausreichende Dosierung zu achten: Bei zwei Bestandteilen sollten laut Kommission E je 50 bis 70 Prozent der empfohlenen Tages­dosen der Einzelmonographien, bei Dreierkombination je 30 bis 50 Prozent erreicht werden.

Nebenwirkungen

Sehr selten allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Zubereitung

2 g fein geschnittenes Passionsblumenkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten abseihen

Ausflug in die Botanik

Die Gattung Passiflora zählt 400 bis 600 Arten. Die kletternden Stauden wachsen lilianenartig in Wäldern und Gebüschen Nord- und Südamerikas und bilden bis zu 20 Meter lange Ranken aus. Passions­blumen sind weltweit in vielen Gegenden anzutreffen. Wegen ihrer außergewöhnlichen Blüten waren sie beliebte Sammelobjekte von Botanikern und Sammlern, die sie seit dem 18. Jahrhundert verbreiteten.

Rund 50 bis 60 Passionsblumenarten tragen essbare Früchte, die unter dem Namen Maracuja bekannt sind. Ihre Größe reicht von der einer Pflaume bis zu vier Kilogramm schweren, melonenartigen Gebilden. Verzehrt wird nicht das Fruchtfleisch, sondern die Samenkerne, die mit einem süß-säuerlichen, ­aromatischen Mantel von geleeartiger Konsistenz umgeben sind. Maracujas lassen sich auslöffeln oder auspressen.

Beispiele für Monopräparate

  • Lioran®
  • Pascoflair®

Beispiele für Kombipräparate

  • Abtei Baldrian plus Passionsblume
  • Klosterfrau Sed-Platina
  • Kytta Sedativum®
  • Neurapas® balance
  • Sidroga Schlaf- und Nerventee
  • Zirkulin Lavendel Passionsblume