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MRT bringt keine Vorteile bei Brustkrebs-Diagnose

24.02.2010  11:25 Uhr

MRT bringt keine Vorteile bei Brustkrebs-Diagnose

PTA-Forum / Lassen Ärzte bei Patientinnen mit Brustkrebs, dessen Diagnose bereits per Biopsie abgesichert ist, noch ein Magnetresonanztomogramm (MRT) erstellen, bringt das keinen ersichtlichen Vorteil für die Frauen. Zu diesem Ergebnis kommen Professor Dr. Lindsay Turnbull von der University of Hull und der Hull Royal Infirmary sowie Kollegen in der aktuell in der englischen Fachzeitschrift »The Lancet« veröffentlichten COMICE-(Comparative effectiveness of MRI in breast cancer)-Studie. 

Diese randomisierte kontrollierte Studie fand in 45 britischen Zentren mit 1623 Frauen im Alter von 18 oder mehr Jahren statt. Bei allen Studienteilnehmerinnen war durch eine Biopsie ein Primärtumor in der Brust festgestellt worden, bei allen Frauen sollte der Tumor operativ entfernt werden. Für die COMICE-Studie wurde bei 816 Patientinnen ein MRT durchgeführt, bei den verbleibenden 807 kein weiteres bildgebendes Verfahren. 

Wie die Forscher im Verlauf der nächsten sechs Monate feststellten, beeinflussten die MRTs nicht signifikant die Rate von Reoperationen: In der MRT-Gruppe mussten 153 Patientinnen (19 Prozent) erneut operiert werden, in der Kontrollgruppe 156 (19 Prozent). Auch 12 Monaten nach der Erstoperation habe sich kein Unterschied in der Lebensqualität der Frauen ergeben, berichten die Forscher. Allerdings hätten die ergänzend durchgeführten MRTs Kosten verursacht. Hinzu käme die zusätzliche Belastung der Patientinnen durch die weitere Untersuchung. Um Reoperationen zu vermeiden, seien MRTs wohl nicht notwendig, folgern die Wissenschaftler.

Quelle: Lancet