PTA-Forum online

Gefährliche Kombination

25.01.2013
Datenschutz

Von Verena Arzbach / Coffeinhaltige Energy-Drinks sind als Wachmacher beliebt, beispielsweise in langen Partynächten. Gleichzeitig größere Mengen Alkohol zu trinken, ist jedoch riskant: Studien haben gezeigt, dass hohe Dosen von Coffein die negativen Effekte des Alkohols auf die Kontroll­funktionen des Gehirns verstärken. Das berichten Wissenschaftler im Fachjournal JAMA (The Journal of the American Medical Association).

Die Autoren des Artikels zitieren eine Studie, die den Konsum von Alkohol und Energy-Drinks bei US-amerikanischen College-Studenten untersucht hat. Diejenigen Studenten, die häufiger coffeinhaltige Energy-Drinks konsumierten, tranken eher exzessiv Alkohol und waren durchschnittlich zweimal häufiger pro Woche betrunken als ihre Kommi­litonen. Die Kombination von Alkohol und Coffein verstärkte das Risikover­halten: Die Konsumenten von Energy-Drinks und Alkohol verletzten sich im Rauschzustand eher, stiegen häufiger zu einem betrunkenen Fahrer ins Auto oder wurden öfter Opfer oder Täter sexueller Übergriffe als diejenigen, die »nur« Alkohol getrunken hatten.

Die meisten Hersteller von Energy-Drinks deklarieren den Coffeingehalt ihrer Produkte nicht. So kommt es in den USA immer wieder zu Coffeinvergiftungen, manchmal mit tödlichen Folgen, so die Autoren eines weiteren JAMA-Artikels.

Energy-Drinks stehen auch in Deutschland schon länger in der Kritik. So schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), in der Vergangenheit sei es zu Herzrhythmus­störungen, Krampfanfällen und Nieren­versagen gekommen, möglicherweise durch den Genuss von Energy-Drinks. Sogar Todes­fälle traten auf, die in Verbindung mit Energy-Drinks stehen könnten, wenn diese zusammen mit Alkohol oder bei ausgiebigem sportlichen Training getrunken wurden. Energy-Drinks könnten motorische und visuelle Einschränkungen durch Alkoholgenuss nicht kompensieren, warnt das BfR. Der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Energy-Drinks könne daher zu einer Fehleinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit führen.

Neben Coffein und Zucker enthalten die Modegetränke außerdem meist Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Die Wirkungen dieser Inhaltsstoffe könnten sich gegenseitig verstärken und somit Körperfunktionen gesundheits­relevant beeinflussen, heißt es in der Bewertung des BfR. Verbrauchern mit Bluthochdruck und Herzkrankheiten rät das Institut, sich beim Verzehr von Energy-Drinks zurückzuhalten. /Quellen: JAMA, BfR