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Weniger Tote durch Herzinfarkt

25.01.2013
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Von Annette Immel-Sehr / Eine erfreuliche Nachricht: Dank besserer medizinischer Versorgung und neuer Methoden sterben in Deutschland immer weniger Menschen an Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen.

Innerhalb der letzten 30 Jahre ist die Zahl der Sterbefälle pro Jahr von fast 93 000 (1980) auf gut 55 000 (2010) gesunken. Dies gab die Deutsche Herzstiftung kürzlich im neuesten Herzbericht bekannt. Dieser jährlich erscheinende Bericht analysiert die Entwicklungen auf dem Gebiet der Herzmedizin in Deutschland. Allerdings stieg die Zahl der an Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz Erkrankten von 1995 bis 2010 deutlich an.

Erschreckend ist die Tatsache, dass in allen Bundesländern mehr Frauen infolge von Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen sterben als Männer. Als bedrückend bezeichnet die Stiftung, dass die medizinische Versorgung von Herzpatienten in Deutschland nicht flächendeckend gleich gut ist. So starben aufgrund eines Herzinfarkts im Jahr 2010 in Hamburg 53 und in Sachsen-Anhalt hingegen 111 Menschen pro 100 000 Einwohner. Die Ursachen für die länderspezifischen Unterschiede sind unklar. Wahrscheinlich kommen mehrere Gründe zusammen: regionale Unterversorgung, weniger effektives Notarztsystem, längeres Abwarten bis zur Krankenhauseinweisung und ein niedrigerer Informationsstand der Bevölkerung.

Versorgungsunterschiede zeigen sich auch bei der Verbreitung von Herznotfallambulanzen. Dies sind Anlaufstellen für Patienten mit unklarem Brustschmerz, die rund um die Uhr geöffnet sind. Herznotfallambulanzen verfügen über alle modernen Geräte für die notwendige Diagnostik. So lassen sich schwerwiegende Komplikationen oft vermeiden und die Überlebens­chancen erhöhen. Sinnvoll wäre es, Herznotfallambulanzen dort einzurichten, wo besonders viele Menschen herzkrank sind oder an Herzkrankheiten sterben. Doch in manchen ostdeutschen Gebieten, beispielsweise in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen, ist das Angebot derzeit noch unzureichend. Die Deutsche Herzstiftung mahnt an, die Versorgung zu verbessern. /

Quelle: Deutsche Herzstiftung