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Grüner Tee kann Wirkung von Betablockern vermindern

24.01.2014  11:06 Uhr

Von Verena Arzbach / Grüner Tee kann offenbar die Aufnahme bestimmter Medikamente aus dem Darm herabsetzen und so deren Wirkung einschränken. Das legt eine Untersuchung japanischer Forscher mit dem Betablocker Nadolol nahe.

Zehn gesunde Probanden nahmen im Rahmen der Studie eine einzelne Dosis Nadolol mit grünem Tee oder Wasser ein, nachdem sie zuvor 14 Tage lang wiederholt entweder grünen Tee oder Wasser getrunken hatten.

Nach der Einzeldosis Nadolol lag bei den Teetrinkern die Plasmakonzentration des Beta­blockers um 76 Prozent niedriger als bei den Wassertrinkern, berichten die Forscher um Shingen Misaka von der Universität Fukushima. Aufgrund der geringeren Resorption des Wirkstoffs verwunderte die Forscher nicht, dass der Blutdruck senkende Effekt von Nadolol bei den Probanden, die grünen Tee getrunken hatten, deutlich geringer ausfiel.

Aufgrund ihrer Labor­experimente vermutet die Forschergruppe, dass der Tee ein Transportmolekül in den Darmzellen blockiert, das teilweise auch für die Resorption des Betablockers verantwortlich ist. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass auch Fruchtsäfte wie Apfel-, Grapefruit- und Orangensaft den Transport bestimmter Arzneistoffe, darunter das Antihypertonikum Aliskiren und das Antihistaminikum Fexofenadin, in gleicher Weise beeinflussen, so die Forscher.

Zwar beziehen sich die Ergebnisse der Studie nur auf den Wirkstoff Nadolol, der in Deutschland nicht als Fertigpräparat auf dem Markt ist. Einige Experten empfehlen Patienten jedoch generell, zwischen der Einnahme von Medikamenten und dem Genuss von grünem Tee einen Abstand von mindestens vier Stunden einzuhalten. /

Quelle: Clinical Pharmacology & Therapeutics