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Schulpartnerschaft

Paris ist eine Reise wert

24.01.2014  11:06 Uhr

Von Natascha Schäuble, Lela Kamgang und Melina Korthaus / Ende November fuhr eine Gruppe PTA-Schülerinnen der Walther-Rathenau-Schule in Freiburg nach Paris. Seit 14 Jahren besteht eine Partnerschaft mit der französischen Schule »CFPP«- Centre de Formation Professionelle de la Pharmacie. Dort werden die gegenseitigen Kontakte und Besuche von Victor Bazennerye organisiert, in Freiburg von Dr. Sabine Kehrer und Daniela Klebes.

Schon vor unserer Fahrt erfuhren wir ein wenig über das Ausbildungssystem zur PTA beziehungsweise zum vergleichbaren Beruf in Frankreich. Dort erfolgt die Ausbildung dual – im Gegensatz zu Deutschland, das heißt, die Auszubildenden arbeiten in einer Apotheke und besuchen nur an zwei Tagen pro Woche die Schule. Gleich nach unserer Ankunft sind wir zur Champs Elysée gefahren und auf den Arc de Triomphe gestiegen. Nach gefühlten 1000 Treppenstufen kamen wir endlich oben auf der Aussichtsplattform an. Von dort aus hatten wir einen unglaublich schönen Blick über Paris. Gefallen hat uns auch der Weihnachtsmarkt entlang der Champs Elysée und das Riesenrad am Place de la Concorde. Abends besichtigten wir noch Sacre Coeur und den Montmartre.

Am nächsten Tag folgte der Besuch von Notre-Dame, der alle tief beeindruckte – sowohl das Äußere als auch das Innere der riesigen Kathedrale. Die Krönung der Woche war allerdings die wahnsinnige Aussicht vom Eiffelturm. Es war bereits dunkel und auch ziemlich kalt, aber die vielen Lichter der Stadt haben uns für die Kälte entschädigt. Von dort oben lag uns ganz Paris zu Füßen. Selbstverständlich besuchten wir auch den Louvre. Nicht nur die Mona Lisa hat uns dort gefallen, sondern auch die interessant gestalteten Abteilungen des riesigen Museums. Paris ist so reich an Sehenswürdigkeiten, dass der Besuch für viele andere nicht ausreichte, denn wir wollten ja auch Zeit für unsere Partnerschule haben.

Diese besuchten wir gleich am zweiten Tag und lernten dort die Klassenzimmer und Laborräume kennen. Außerdem erfuhren wir, wie die »préparateurs«, so heißen die PTA in Frankreich, ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre, Voraussetzung ist das Abitur. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf der Galenik und es gibt verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten: Nach dem Abschluss können sich préparateurs zum Beispiel speziell für die Tätigkeit in einer Krankenhaus-Apotheke weiterqualifizieren.

Am folgenden Tag besichtigten wir eine französische Apotheke. Diese bestand aus drei verschiedenen Gebäuden: der »normalen« Apotheke, einem Gebäude nur für das Nebensortiment, das dort Parapharmazie heißt, und einem Gebäude für Home Care und Orthopädie. Wir waren erstaunt darüber, dass vieles, was in Deutschland in Drogeriemärkten und Sanitätshäusern verkauft wird, in Frankreich zum Apo­thekensortiment gehört. In unserem Nachbarland haben sich einige Apotheken auch auf die Rezepturherstellung spezialisiert und übernehmen diese für andere Kollegen. So hat »unsere« Pariser Apotheke für die sehr vielen Rezepturen einen besonderen Raum zur Kapselherstellung eingerichtet, einen anderen für die Homöopathie und einen dritten für flüssige Arzneiformen. Interessanterweise ist die Homöopathie auch bei den Rezepturen sehr stark vertreten. Vielleicht liegt dies an der Tat­sache, dass Samuel Hahnemann lange in Paris gelebt hat.

Am letzten Tag trafen wir uns noch einmal mit den französischen Lehrern und Schülern zu einem guten Essen. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch der französischen Gruppe Ende Februar in Freiburg. Insgesamt fanden wir den Austausch sehr informativ und eine perfekte Möglichkeit, etwas über Frankreich, Paris und die Ausbildung zum préparateur zu erfahren. Für die großzügige Unterstützung des Austauschs durch das Deutsch-Franzö­sische Jugendwerk und die Stadt Freiburg möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Unsere ganze Gruppe war sich einig: »Paris ist eine Reise wert.« /