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Mehr Flexibilität für berufstätige Eltern

09.01.2015  14:21 Uhr

Von Michael van den Heuvel / Ab 1. Juli 2015 haben Mütter und Väter Anspruch auf das sogenannte Elterngeld Plus. Sie profitieren damit von größeren Freiräumen, um Beruf und Familie in Einklang zu bringen: ein Schritt weg von traditionellen Rollenmodellen, hin zur partnerschaftlichen Aufgabenverteilung.

Zahlreiche Bundesregierungen haben bereits versucht, Familien besser zu fördern. Trotz all ihrer Maßnahmen wurden traditionelle Rollenverteilungen kaum gelockert. So nahmen Frauen bei der Elternzeit den Großteil des Zeitkontingents in Anspruch, Männer allenfalls ein paar Wochen. Anschließend arbeitete er meist in Vollzeit, während sie sich für Mini- oder Teilzeitjobs entschied. 

Auch das Betreuungsgeld festigt solche Strukturen, statt sie aufzubrechen. Bei vielen Paaren hat aber ein Um­­denken stattgefunden: Während viele Frauen gerne mehr arbeiten würden, wünschen sich Männer mehr Zeit für ihre Familie.

Moderne Konzepte

Hier setzt das Elterngeld Plus an. Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs ab dem 1. Juli 2015 erwarten, haben die Wahl: Sie können das Elterngeld für bis zu 24 Monate bekommen, dann allerdings nur halb so viel Geld pro Monat wie die Bezieher des regulären Elterngeldes. Arbeiten Mutter und Vater beide jeweils zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, gibt es einen Partnerschaftsbonus von weiteren vier Monaten. Eine Kombination des klassischen Elterngeldes mit dem Elterngeld Plus ist ebenfalls möglich. Die Elternzeit lässt sich künftig auch auf drei statt wie bisher auf zwei Zeiträume aufteilen. Wer Elterngeld Plus beantragt hat, kann Teile der Familienzeit auch später nehmen – und zwar bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes. Arbeitgeber können den dritten Abschnitt der Familienzeit aus dringenden betrieblichen Gründen jedoch ablehnen.

Weitere Informationen zum Elterngeld und Elterngeld Plus: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter www.bmfsfj.de /