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So entsteht Heißhunger auf Süßes

09.01.2015
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Von Verena Arzbach / Wer Stress hat, bekommt schnell Heißhunger auf Süßigkeiten. Das ist ein natürlicher Mechanismus, denn das Gehirn braucht Glucose, um richtig arbeiten zu können. Und Schokolade, Fruchtgummi und Kekse lassen den Blutzucker besonders schnell ansteigen. Wissenschaftler am Imperial College in London haben nun einen Mechanismus entdeckt, über den das Gehirn den Appetit auf Zucker steuern kann.

Die Forscher um James Gardiner untersuchten anhand von Versuchen mit Ratten, wie das Gehirn misst, welche Zuckermengen es gerade benötigt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Enzym Glucokinase, das in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse, aber auch im Hypothalamus vorkommt. 

Zunächst hatten die Forscher festgestellt, dass der Glucokinase-Spiegel im Hypothalamus stark anstieg, wenn die Ratten einer 24-stündigen Nulldiät ausgesetzt waren. Anschließend boten die Forscher den Ratten eine Zuckerlösung und ihr normales Futter an. Wenn die Forscher mithilfe eines Virus die Ausschüttung von Glucokinase weiter steigerten, nahmen die Ratten deutlich mehr Zuckerlösung als normales Futter zu sich. Senkten sie hingegen die Glucokinase-Konzentration im Gehirn der Ratten, tranken diese auch weniger von der Zuckerlösung.

Das erste Mal habe man ein System im Gehirn entdeckt, das auf einen bestimmten Nährstoff reagiert, nicht auf die aufgenommene Gesamtmenge an Energie, schreiben die Forscher. Sie glauben, es könnte auch beim Menschen möglich sein, über dieses System den Heißhunger auf Süßes zu reduzieren. Möglicherweise könnte dieser Mechanismus auch Angriffspunkt für Medikamente gegen Fettleibigkeit sein. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, weitere Untersuchungen müssen folgen. /

Quelle: Journal of Clinical Investigation