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Tuberkuloserate steigt

09.01.2015
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Von Verena Arzbach / Im Jahr 2013 gab es erstmals seit fünf Jahren in Deutschland wieder mehr Tuberkulose-Fälle. Das meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). 

Laut dem »Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2013« wurden dem Institut in diesem Jahr insgesamt 4318 Tuber­kulose-Erkrankungen gemeldet, im Jahr 2012 waren es noch 4217 Fälle.

Betroffen sind häufig Migranten: Mehr als die Hälfte der Tuberkulose-Patienten (56,6 Prozent) hat ausländische Wurzeln. Die Betroffenen stammen am häufigsten aus der Türkei und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (NUS). 

Die Symptome der Infektion zeigen sich oft erst nach einer langen Latenzzeit. So erkranken zum Beispiel auch Menschen neu an Tuberkulose, die sich zum Beispiel schon vor einigen Jahren in ihrem Heimatland angesteckt haben. Sorgen bereitet den Medizinern auch die Resistenzentwicklung: Besonders in den NUS ist in den vergangenen Jahrzehnten der Anteil der resistenten oder multiresistenten Erregerstämme stark gestiegen.

Zwar tritt die Tuberkulose in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr selten auf. Laut dem RKI ist die Erkrankung hierzulande aber noch immer ein relevantes Gesundheitsproblem. Bemühungen um eine effektive Tuberkulosekontrolle dürften daher auch in Zukunft nicht nachlassen. /

Quelle: Robert-Koch-Institut