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Harnwegsinfekt

Es geht auch ohne Antibiotika

25.01.2016
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Von Elke Wolf / Bei der Behandlung unkomplizierter Harnwegsentzündungen muss es nicht immer ein Antibiotikum sein. Wissenschaftlerinnen der Universität Göttingen sind gemeinsam mit Kollegen aus Hannover und Bremen der ­Frage nachgegangen, ob eine Therapie allein mit Ibuprofen bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ausreichen könnte. Deshalb verglichen sie eine dreitägige Ibuprofen-Gabe mit der einmaligen Anwendung von Fosfomycin. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden kürzlich im British Journal of Medicine veröffentlicht.

»Ziel der Studie war es zu prüfen, ob die Beschwerden allein mit einem Schmerzmittel behandelt werden können, während die Infektion von selbst abheilt«, sagt Dr. Ildikó Gágyor, Leiterin der Studie. »Damit wollten wir auch zu einem rationalen Einsatz von Antibiotika beitragen.«

Bislang besteht die leitliniengerechte Therapie einer akuten unkomplizierten Cystitis nach wie vor aus einem Antibiotikum. 494 Patientinnen von 42 Hausarzt­praxen nahmen an der Studie teil.

­Berücksichtigt wurden ansonsten gesunde Frauen mit typischen Anzeichen eines Harnwegsinfekts wie Brennen beim Wasserlassen und/oder häufigem Wasserlassen. Sie wurden per Zufall einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt und erhielten dann sofort einmalig Fosfomycin 3 g oder Ibuprofen 3 x 400 mg für drei Tage. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollten sich die Frauen wieder in der Praxis vorstellen.

Insgesamt wurden zwei Drittel der Patientinnen der Ibuprofen-Gruppe ohne Antibiotikatherapie gesund. Bei einzelnen Frauen traten Nierenbeckenentzündungen auf. Dies war häufiger in der Ibuprofen-Gruppe der Fall; statistisch war dieser Unterschied jedoch nicht signifikant. /

Quelle: Universität Göttingen