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Kurzsichtig durchs Smartphone

25.01.2016
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dpa / Die intensive Nutzung von Smartphones wird nach Einschätzung von Experten zu einer spürbaren Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie) in Deutschland führen. Derzeit seien hierzulande rund 40 Prozent der Menschen kurzsichtig, sagte der langjährige Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln, Wolfgang Wesemann, bei der Optikmesse Opti in München.

In Asien habe sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metro­polen innerhalb weniger Jahre von ­ 20 auf 80 Prozent erhöht. Die rasante Entwicklung könne nur mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen. »Das kann auf keinen Fall eine genetische Entwicklung sein, sondern eine Veränderung der Lebensumstände«, sagte Wesemann.

Eine wichtige Rolle spiele dabei auch der Mangel an Tageslicht, der mit dem Lebensstil in den asiatischen Metropolen verbunden sei. In China würden in Schulen schon Glasdächer gebaut, um mehr Licht in die Räume zu lassen. Auch in Deutschland nehme der Anteil der Kurzsichtigen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen zu. »Früher wurde man in der Schulzeit kurzsichtig und danach hat sich nichts mehr getan.« Das habe sich inzwischen geändert. Angesichts dieser Entwicklung sollten aus seiner Sicht Sehtests für Autofahrer nicht nur für die Führerscheinprüfung Pflicht sein.

Kurzsichtigkeit, bei der entfernte Objekte unscharf wahrgenommen wer­den, ist Folge eines zu starken Längenwachs­tums des Aug­apfels vor allem zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr – in dem Alter, in dem viele Heranwachsende kaum vom Handy oder Com­puter wegzubekommen sind. Starke Kurzsichtigkeit gilt auch als Risikofaktor für Augenleiden wie grünen Star oder Netzhautablösungen. /