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Obstipation

Mythen kritisch hinterfragen

25.01.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Viele Ansichten zum Thema Verstopfung sind nicht mehr zeitgemäß. Bei der Beratung von Patienten in der Apotheke müsse man daher mit diesen Mythen aufräumen, sagte Dr. Hiltrud von der Gathen, Apothekerin aus Recklinghausen, in einem Vortrag beim diesjährigen Pharmacon im österreichischen Schladming.

So sei eine chronische Obstipation weder eine Befindlichkeitsstörung ohne Krankheitswert, durch Selbstverschulden verursacht noch durch Änderung des Lebensstils leicht zu beheben. Auch dass eine Verstopfung durch Flüssigkeitsmangel hervorgerufen werde, stimme nur, wenn der Patient dehydriert sei. Bei ausreichender Flüssigkeitsversorgung habe eine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme keinen Effekt.

Bevor man die Empfehlung gebe, mehr zu trinken, müsse zudem ausgeschlossen werden, dass keine Herz- oder Nierenerkrankung vorliegt, riet die Apothekerin. Auch die häufig genannte Empfehlung, ausreichend Ballaststoffe zu sich zu nehmen, sei kritisch zu hinterfragen. So sei eine Aufnahme von 30 g Ballaststoffen pro Tag aus der Nahrung eher unrealistisch.

 

Für bestimmte Patienten sei auch der Rat zu mehr Bewegung nicht umzusetzen, etwa in einer Pflegesituation. Zudem habe in einer Studie zusätzliche körperliche Aktivität bei obstipierten Patienten und Gesunden keinen Einfluss auf die Verdauung gezeigt. /